Getreide

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Das Getreide kurz vor der Ernte.

Quelle: Wikimedia, 2013

Kinder weltweit sind oft gezwungen ihren Eltern in der Landwirtschaft zu helfen. In einigen Ländern sind sie an der industriellen Produktion von Getreide, wie Weizen und Mais, beteiligt, entweder gegen geringen Lohn oder als Zwangsarbeiter. Vor allem in Argentinien, Guatemala, auf den Philippinen und in Pakistan wird mit Kinderarbeit produziert.1)2)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Kinder in der landwirtschaftlichen Industrieproduktion werden in der Feldarbeit und Weiterverarbeitung eingesetzt. Sie sind beteiligt an der Austragung von Düngern und Pestiziden, bei der Ernte und den darauffolgenden Produktionsschritten.3)

Kosequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Generell sind Kinder in der Landwirtschaft extremen Wetterbedingungen und gefährlichen Chemikalien ausgesetzt. Die Hygienebedingungen sind oft so schlecht, dass nicht einmal die Pestizide abgewaschen werden können. Schwere körperliche Arbeiten und Arbeitszeiten bis 14 Stunden ohne Pause 7 Tage die Woche sind nicht unüblich und beeiträchtigen die Gesundheit der Kinder. Die Gefahr von Misshandlingen und sexuellem Missbrauch ist groß. Außerdem erhalten die Kinder keine Ausbildung. Ihre körperlch, geistige, moralische und intellektuelle Entwicklung wird nachhaltig beeinträchtigt.4)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Die Philippinen, Pakistan und Guatemala haben die ILO- Konvention C 184, die sich für sichere Arbeitsbedingungen und ein Mindestalter von 18 Jahren für gefährliche Arbeiten in der Landwirtschaft ausspricht, noch nicht ratifiziert.5) Außerdem werden aus Ländern wie Guatemala Lebensmittel in Massen exportiert, obwohl die Bevölkerung an Unterernährung leidet.6) Aus diesen Gründen kann es sinnvoll sein bewusst keine Lebensmittel aus diesen Ländern zu kaufen, um Druck auf die Lebensmittelindustrie auszuüben.

Der Import von Getreide aus Argentinien in die EU ist bereits zurückgegangen, aber 2011/2012 kamen immer noch 9% der Maisimporte aus Argentinien.7) Getreide wird oft für die Futtermittel- und Biogasindustrie benötigt, weshalb die Produktion von Fleisch und Bioethanol ebenfalls zur Kinderarbeit beiträgt. Ein Großteil der argentinischen Weizenproduktion geht zum Beispiel nach Brasilien, einem der weltgrößten Fleischexporteure.8) Deshalb wäre es nicht nur ökologisch sinnvoll den Gebrauch dieser Produkte einzuschränken.

Quellen + Links

  1. „2012 Lists of Goods produced by child labour or forced labour“ – US- Dept. of Labour []
  2. „Agricultural workers still struggle for their rights“ – Grain – aufgerufen am 12.03.2013 []
  3. „Argentina: Slave labor in the fields“  – lo-de-alla.org – aufgerufen am 12.02.2013 []
  4. „Girl Child Labour in Agriculture“ []
  5. Normlex []
  6. „Guatemala pays high price for global food system failings“ – the guardian – aufgerufen am 12.03.2013 []
  7. EU Cereals Trade“ – European Commission – aufgerufen am 12.03.2013 []
  8. „Grain Report“ – USDA Foreign Agricultural Service – aufgerufen am 12.03.2013 []

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