Ananas

Ananas Bild: © phgaillard2001 [CC BY-SA 2.0] - Flickr

In den letzten Jahren ist in den westlichen Ländern die Nachfrage nach tropischen Früchten stark gestiegen. Als Konsequenz dessen ist auch der Import der in Deutschland sehr beliebten Ananas rapide gewachsen.
Die Exporteure der Ananas sind zumeist Entwicklungsländer, in denen oftmals Kinderarbeit an der Tagesordnung ist.1)

Fallbeispiel

Todesfall von Robson aus Brasilien

Robsons Geschichte ist ein Beispiel für die Gefahr, der Kinder bei der Tätigkeit auf Ananasplantagen ausgesetzt sind. Der 17-jährige ist durch einen Unfall bei der Arbeit auf den Ananasplantagen in Santa Rica, Brasilien ums Leben gekommen. Beim Sammeln von Ananas fiel Robson vom Traktor und wurde von einem Lastwagen überfahren. Der Fall ereignete sich während einer quali- und quantitativen Studie zum Thema Kinderarbeit auf Ananasplantagen in Santa Rica, welche schließlich „Im Gedenken an Robson“ gennant wurde.2)3)

Betroffene Länder

Wo wird mittels Kinderarbeit produziert?

In Costa Rica, an der Elfenbeinküste, in Ecuador, in Brasilien und auf den Philippinen sind Kinder beim Anbau und der Ernte von Ananas beteiligt.
Costa Rica liefert mit 54% des Gesamtanteils den größten Anteil der in Deutschland verkauften Ananas.4)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Die Kinder sind sowohl beim Anbau als auch bei der Ernte der Frucht beteiligt. Im Einzelnen gehören dazu die folgenden Arbeitsvorgänge:

  • Das Pflügen und Düngen der Felder
  • Das Anpflanzen der Frucht
  • Das Schneiden der Altpflanzen
  • Das Erten von Hand
  • Die Reinigung der Ananas
  • Das Verpacken der Frucht

Die Kinder tragen bei der Arbeit keine ausreichende Schutzkleidung

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich aus diesen Tätigkeiten für die Kinder?

  • Die Blätter und die Frucht der Ananas hinterlassen Kratzspuren auf der Haut
  • Die Kinder könnten bei ihrer Arbeit mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien in Berührung kommen. Beispielsweise wird in Costa Rica das Pestizid „Paraquat“ verwendet, das in Europa längst verboten ist. Kommt man mit dem Mittel in Kontakt, können Augenschäden, Gliederschmerzen, Nasenbluten, Reizung oder Verbrennung der Haut sowie Übelkeit und Erbrechen die Folge sein.5) Die Auswirkungen der Chemikalien können sogar tödlich sein.6)
  • Die Kinder arbeiten mit scharfen Messern, daher sind Schnittverletzungen häufig.
  • Die Arbeit wird unter starker Sonneneinstrahlung durchgeführt.
  • Die Säure der Frucht schädigt stark die Haut, in einigen Fällen haben die Kinder deshalb keinen Fingerabdruck mehr.
  • Aufgrund der Arbeit auf den Ananasplantagen haben die Kinder kaum oder gar keine Zeit, um die Schule zu besuchen.

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Um zu vermeiden, Ananas aus Kinderarbeit zu kaufen, sollte man nur fair gehandelte Südfrüchte einkaufen. Sollte der Supermarkt noch keine fair gehandelte Ananas im Sortiment haben, sollte man die Mitarbeiter bzw. den Leiter des Supermarktes darauf aufmerksam machen.

Quellen + Links

Greenpeace: Marktcheck – Website nicht mehr abrufbar

  1. Oxfam []
  2. Der Artikel von DB Online ist leider nicht mehr verfügbar. []
  3. Studie der OIT []
  4. Endstation Ladentheke – Oxfam []
  5. Oxfam []
  6. Stern []

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