Spielzeug

Bild: © Thiemo Schuff [CC BY-SA 3.0 DE] - Wikimedia Commons

Betroffene Länder

Fallbeispiel
Spielzeugfabrik in Bangkok
Am 10. Mai 1993 brach wahrscheinlich der bisher schlimmste Fabrikbrand der Welt in der Spielzeugfabrik Kader in der Provinz Nakhon Pathom in der Nähe von Bangkok aus. 174 Frauen und Mädchen, darunter viele, die gerade erst 13 Jahre alt waren, kamen dabei zu Tode. Die Fabrik stellte Spielzeug für den US-amerikanischen und den europäischen Markt her. Er gehört dem größten Spielzeughersteller Asiens, der 10.000 Arbeitnehmerinnen in acht Ländern beschäftigt. Seine Kundenkartei ist ein „Who’s who“ der internationalen Spielzeugwelt.

Die Arbeitsbedingungen in derartigen Fabriken sind erschreckend, Sicherheitsstandards und Feuerschutzbestimmungen werden völlig ignoriert. Bei den Menschen, die dort arbeiten, handelt es sich um Migranten, die über ihre Rechte nicht informiert sind, wie Sklaven behandelt und oft in den Fabriken eingesperrt werden. Frauen werden oft auf herabwürdigende Weise durchsucht. Der Arbeitsdruck ist besonders groß, wenn Aufträge hereinkommen, die schnell erledigt werden müssen. Dann dürfen sie nicht einmal zur Toilette gehen.“1)

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

80 Prozent der Spielzeuge aus Deutschland werden in China hergestellt. Dort wird oft mit Kinderarbeit produziert – kostengünstig und schnell. Denn die Firmen aus den USA und Europa warten bis zum letzten Moment mit ihren Aufträgen, damit ihre Produkte dem neuesten Trend entsprechen.2)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Sie stellen Spielzeug her und verpacken es.
Kinder werden bevorzugt eingesetzt, weil sie die menschenunwürdigen Bedingungen, wie Hitze, Staub und giftige Dämpfe, eher akzeptieren als Erwachsene. Dabei arbeiten sie meist 15 bis 18 Stunden am Tag – für niedrige Löhne und ohne Arbeitsschutz.2)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

In Spielzeugfabriken passieren viele Unfälle aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Bränden. Durch die vielen Überstunden sind die Kinder erschöpft. Arbeitsunfälle werden außerdem durch gefährliche Tätigkeiten, fehlende Vorschriften und mangelnde Schulung begünstigt.3)2)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Beim Kauf von Spielzeug darauf achten, dass es Produkte von Unternehmen sind, die sich schriftlich verpflichtet haben, ihre wichtigsten asiatischen Lieferanten nach dem ICTI-Kodex (International Council of Toy Industries) überprüfen zu lassen. Das ist ein Verhaltenskodex zur Einhaltung von Mindestarbeits- und Sozialstandards. Er wurde im Juni 2001 vom Weltverband der Spielzeugindustrie verabschiedet.

Quellen + Links

Homepage von ICTI

  1. Der Artikel ist leider nicht mehr verfügbar. []
  2. Kinderarbeit in der Spielzeugindustrie [] [] []
  3. Projektmappe Kinderarbeit []

3 Kommentare zu Spielzeug

  1. Mirka Mauck sagt:

    Hallo,
    ich bin auf verzweifelter Suche nach einem Nachweis, ob die Firma Epoch Co , die die „sylvanian families“ herstellt, ein Spielzeug aus Japan-in China hergestellt, mit Kinderarbeit zu tun hat. Ich kann im Internet nichts dazu finden.
    Können Sie mir helfen?
    Herzliche Grüße,
    Mirka Mauck

    • Franziska / earthlink sagt:

      Liebe Mirka,
      tatsächlich ist es schwierig allein durch Internetrecherche Informationen über dieses Thema zu erlangen. Wir werden sobald wie möglich versuchen die Firma zu bearbeiten und in unsere Liste aufzunehmen. Ich hoffe wir können dir dann auch weiterhelfen!
      Liebe Grüße,
      das EarthlinkTeam

      • Mirka Mauck sagt:

        Ich habe jetzt von der Firma selbst Antwort erhalten (sehr schnell). Sie haben mehrere Zertifizierungen vorzuweisen. Wer also Interesse hat, schreibe die Firma selbst an.

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