Leder

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Leder und Lederwaren werden vor allem in Bangladesh, Pakistan und Indien mit Kinderarbeit hergestellt. 1)

Fallbeispiel
Noakhali, 13, arbeitet in einer Gerberei in Bangladesh
Ich heiße Noakhali und vor einem Jahr zog ich mit meinem Onkel und Cousin nach Dhakara um. In meinem Dorf machte ich den Grundschulabschluss und damit endete meine Ausbildung. Mein Onkel fragte, ob ich in Dhaka arbeiten möchte, da ich sowieso nichts anderes zu tun hatte. Mein Vater war krank, also ging ich mit meinem Onkel mit. Mein Vater verstarb letzten Monat. Mein Bruder rasiert Leder in dieser Gerberei und hat mir diesen Arbeitsplatz besorgt. Ich bügele das Leder so, dass es trocknet und keine Falten hat. Ich arbeite von 8 bis 17 Uhr und verdiene 2000 Taka (ca. 20€) pro Monat. Nach der Arbeit gehe ich zum Haus meines Cousins. Ich bezahle dort 1300 Taka jeden Monat für die Miete und drei Mahlzeiten am Tag. Ich schicke auch meiner Familie Geld. 2)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Kinderarbeit ist bei Lederproduktion stark verbreitet, vor allem in kleinen Betrieben. Bei der Gerbung sind die Kinder für das Auspacken der Fässer, in denen die chemische Verarbeitung des Leders stattfindet, zuständig. Häufig sind sie für das Einweichen und Trocknen des Leders zuständig, manchmal schneiden sie es zurecht oder bemalen es. Sie sortieren das Leder nach Größe und Qualität.
Bei Gewinnung, Lagerung und Lieferung von Leder werden Kinder nur selten tätig.
Bei der Herstellung von Schuhen, Taschen, Gürteln, Geldbeuteln, Handschuhen, Kleidung, Fußbällen, Sätteln und Möbeln aus Leder führen Kinder verschiedene Aufgaben aus. Diese umfassen das Zeichnen des Schnittmusters für Taschen oder Handschuhe, das Ausschneiden und Zusammennähen des Leders und das Sortieren der fertigen Produkte.
In der Bearbeitung der Abfälle der Lederindustrie zu Klebstoff, Pinseln oder Tierfutter werden kaum Kinder beschäftigt.
Kinder helfen jedoch auch in den Läden aus, welche die fertigen Lederprodukte verkaufen.

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Weil die Lederindustrie oft Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung verursacht, wird die Gesundheit der Kinder, die normalerweise in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen, gefährdet. Des Weiteren sind Hautkrankheiten verbreitet.
Da die Mehrheit der Gerbereien über kein Ventilationssystem verfügt, leiden ihre Arbeiter unter Lungenkrankheiten wie Lungenentzündung und Tuberkulose sowie Atembeschwerden. Unterernährung und Wurmerkrankungen sind durch die Armut, schlechte sanitäre Bedingungen, verschmutztes Wasser und Trinkwassermangel verursacht. Die Lebenserwartung der Gerbereiangestellten liegt unter 50 Jahren. Kinder sind auch Unfällen mit Maschinen oder Säuren ausgesetzt und die schwere Arbeit lässt keine Freizeit und keine Bildungsmöglichkeiten zu.

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Immer mehr Läden bieten sozial und ökologisch nachhaltig produzierte Lederwaren an. Eine Auswahl finden Sie in unserer Firmenliste. Tipps zu fair produzierten Schuhen und Fußbällen sind in separaten Artikeln auf unserer Homepage zu finden.

Quellen + Links

The Times of India: 44 child labourers rescued from leather units

  1. List of Goods produced by Child Labor or Forced Labor – US. Department of State - aufgerufen am 21.05.2014 [zurück zum Text]
  2. Leather gloves and tiny fingers [zurück zum Text]

4 Antworten auf Leder

  1. Steffen sagt:

    Klar, bin ich auch gegen Kinderarbeit. Doch ich habe bei der Mopo ein Video gesehen, wie eben u. a. diese Kinder mit den Tieren umgehen. Den Tieren wird lebend die Haut abgezogen! Ich könnte kotzen und ihr redet hier von Kinderarbeit!

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Ich kenne das Video nicht, aber vlt könnten Sie uns den Link dazu schicken? Das sind sicher schwer erträgliche Bilder, die einem nahe gehen. Es sind aber zwei unterschiedliche Problembereiche, über die informiert werden sollte. Wir wollen uns mit unserer Kampagne ausschließlich gegen die Ausbeutung von Kindern einsetzen – und dazu gehört auch die psychische und körperliche Belastung in der Pelz- und Lederindustrie. Auf der anderen Seite konzentrieren sich Tierschutzorganisationen auf die Tiere.

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