Feuerwerkskörper

Feuerwerkskörper

Feuerwerkskörper Bild: © Steve Bowen [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Betroffene Länder

Fallbeispiel
Explosion in Shiling
Der Tag, an dem sein Vater verbrannte, war ein Samstag. Der siebenjährige Huang Kang und seine Mitschüler saßen wie jeden Morgen im Klassenzimmer der Dorfschule. Vor ihnen auf den Holztischen lagen jedoch keine Bücher und Stifte, sondern Kisten mit halbfertigen Feuerwerksböllern. Jedes Wochenende steckten die Kinder für die lokale Feuerwerksfabrik Lunten in die Kracher, acht Stunden am Tag. Die Kinder verdienten so ein paar Yuan für ihre Familien dazu – bis zu diesem Samstag im März vor zwei Jahren, dem Tag, an dem die Schule explodierte.
In tiefen roten Furchen ziehen sich Brandnarben durch Huang Kangs Gesicht. Neun Jahre ist er heute alt, schüchtern versteckt er sich hinter der Mutter. Aus den Ärmeln seiner Jacke schauen die durch das Feuer verstümmelten Hände hervor. „Als ich die Explosion hörte, bin ich sofort zur Schule gerannt“, erzählt die Mutter, Li Youping. Das Schulgebäude und die angrenzende Fabrik waren nur noch ein brennender Haufen Schutt und Steine, Funkenregen sprühte durch die Luft. Wie durch ein Wunder gelang es ihr, den Sohn aus den Flammen zu retten. Ihre rechte Hand ist heute verkrüppelt. Für ihren Mann und die meisten anderen Arbeiter kam die Hilfe zu spät. 34 Bewohner des Dorfes Shiling, darunter 16 Kinder, brachte die Explosion um.1)

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Besonders häufig in China und Indien.
China ist weltweit der größte Produzent und Verbraucher von Feuerwerkskörpern. Ein großer Teil wird ins Ausland exportiert, besonders in die USA und nach Europa.1)
Etwa 90 Prozent der Feuerwerkskörperproduktion in Indien findet in Sivakasi statt. Die Zahl der Arbeiter in der Feuerwerksindustrie in Indien wird auf 30.000 geschätzt. 20 Prozent davon sind Kinder – die Hälfte unter 14 Jahren. Indien selbst verbraucht eine große Anzahl an Feuerwerkskörpern, meistens an einem Tag im Jahr: Diwali – das Fest des Lichtes.2)3)
Weitere Länder, die Kinderarbeit zur Herstellung nutzen, sind Guatemala, die Philippinen, Peru und El Salvador.4)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Viele beginnen mit der Feuerwerksherstellung im Alter von fünf bis sieben Jahren. Sie färben Papier, füllen Feuerwerkskörper mit Schwarzpulver, befestigen die Zündschnüre und verpacken das fertige Produkt. Meistens 7 bis 12 Stunden am Tag.5)

Konsequenzen

Welche Folgen und Gefahren ergeben sich für die Kinder?

Die Herstellung von Feuerwerkskörpern erfolgt unter lebensgefährlichen Bedingungen, weil keine Sicherheitsbestimmungen existieren oder missachtet werden.1)
Deshalb kommt es häufig zu Explosionen, die Kinder und Erwachsene töten. So geschehen im März 2001 in einer Grundschule im chinesischen Fang Lin.
Kinder arbeiten in dunklen Hütten mit gefährlichen Chemikalien wie Chlor, Phosphat und Schwefel. Ärzte berichten, dass Kinder unter chronischer Bronchitis, Tuberkulose, Lungenentzündung, Unterernährung, Haut- und Augenkrankheiten, Erschöpfung und Verbrennungen leiden.6)

Quellen + Links

Bericht in Berliner Zeitung vom 24.10.2008

  1. Kölner Stadt-Anzeiger: Explosive Schularbeiten [] [] []
  2. Kinderarbeit in aller Welt []
  3. Stephanscom: Silvesterknaller durch Kinderarbeit []
  4. Jugend und Eine Welt: Feuerwerksproduktion verursacht Kinderleid []
  5. India’s Killing Firework Factories nicht mehr aufrufbar 24.11.14 []
  6. India’s Killing Firework Factories []

2 Kommentare zu Feuerwerkskörper

  1. Jeremy Riechert sagt:

    Ich finde Haufenweise solcher Artikel im Internet. Ich habe allerdings noch KEINEN EINZIGEN Artikel gelesen wie man FAIRTRADE Feuerwerk kaufen kann.

  2. Pingback: Des Menschen Nächster « Seelengrund

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