Elektronikschrott

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Elektronikgeräte

Bild: © Sandro Zornio – Dreamstime

Tonnenweise illegaler Elektromüll (E-Müll) aus den USA und Europa wird überwiegend nach Afrika und Asien gebracht, vor allem nach China und Indien. Kinder, die am Schrottplatz arbeiten, kommen mit giftigen Chemikalien in Berührung. Die Geräte sind überwiegend in schlechtem Zustand oder funktionieren nicht mehr, schädigen die Gesundheit der Kinder und verschmutzen Wasser, Luft und Boden.1)

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) veröffentlichte im Dezember 2011 einen Bericht über Elektronikschrott in fünf westafrikanischen Ländern. Diese Studie zeigt, dass Kinderarbeit insbesondere im Geschäft mit dem Metallschrott verbreitet ist, obwohl Kinderarbeit in der Müllaufbereitung in Westafrika generell nicht üblich ist. Obwohl die Verbreitung elektrischer und elektronischer Geräte in Afrika noch vergleichsweise gering ist, steigt ihr Gebrauch rasant an: Im Laufe der vergangenen zehn Jahre verzehnfachte sich die Zahl privater Computer; die Anzahl an Mobiltelefonen verhundertfachte sich sogar. Schätzungen zufolge stammen etwa 15% der elektronischen Geräte aus dem Ausland – Tendenz steigend.2)

Fallbeispiel
Einzelschicksal in Silampur
Der zwölfjährige Mohammed arbeitet seit einem Jahr in Silampur. Damals starb sein Vater, der ebenfalls Computerschrott zerlegt hatte. Seine Mutter hat Mohammed auch nicht mehr. So muss sich Mohammed selbst versorgen. Die Werkstatt, in der er arbeitet, ist auch sein Schlafplatz. Dieses Zimmer ist nur 15 Quadratmeter groß und bis zur Decke vollgestellt mit ausrangierten Computerbauteilen. Mohammed leidet ständig unter Husten und Fieber.3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Die Arbeit des Sammeln und Auseinanderbauen des Elektroschrotts wird häufig von Kindern ab zwölf Jahren verrichtet. Auch jüngere Kinder ab einem Alter von fünf Jahren werden häufig für leichtere Arbeiten eingesetzt, wie das Auseinanderbauen kleiner Bestandteile und das Sortieren von Materialien. In den Geräten befinden sich zum Teil wertvolle Metalle, wie Gold, Kupfer oder Silber.2)
Die Kinder sortieren beispielsweise Tastaturen, nehmen Kabel über offenem Feuer auseinander, um die Wertstoffe zu recyceln, schmelzen Computerteile und trennen Kupferteile aus dem Computerschrott.4)5)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Elektroschrott enthält giftige Substanzen, unter anderem Arsen, Blei, Kobalt, Selen, Antimontrioxid und Quecksilber. Bei der Verbrennung dieser Stoffe entsteht giftiger Rauch, der das Wachstum der Kinder beeinträchtigt. Die Blutwerte der Kinder weisen extrem hohe Bleiwerte auf, die zu niedrigen Hämoglobinwerten und Blutarmut führen. Die erhöhten Bleiwerte verursachen außerdem Krebs, Hirnschäden, Asthma, Bronchitis oder andere Atemwegserkrankungen sowie Darm- und Hautkrankheiten.6)7)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Man kann sich vor dem Kauf eines neuen Geräts informieren, ob der Hersteller das Gerät zurücknimmt und ordnungsgemäß recycelt. Oft lohnt es sich auch, eine Neuanschaffung noch einmal zu hinterfragen: Brauche ich wirklich ein neues Gerät? Oder kann ich das alte behalten oder wieder herrichten lassen?

Quellen + Links

  1. greenpeace -Link nicht mehr abrufbar – 27.02.14 []
  2. UNEP-Report „Where are WEEE in Africa?“ [] []
  3. US-Elektroschrott in Indien – Spiegel []
  4. Greenpeace Marktcheck – Website nicht mehr abrufbar []
  5. greenpeace-bildgalerie – Link nicht mehr abrufbar – 26.02.14 []
  6. spiegel []
  7. welt-sichten []

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