Industrie

Elektronikschrott

Tonnenweise illegaler Elektromüll (E- Müll) aus den USA und Europa wird überwiegend nach Afrika und Asien gebracht, vor allem nach China und Indien. Die Kinder arbeiten am Schrottplatz und kommen mit giftigen Chemikalien in Berührung. Die Geräte sind überwiegend in schlechtem Zustand oder funktionieren nicht mehr, schädigen die Gesundheit der Kinder und verschmutzen Wasser, Luft und Boden.

Feuerwerkskörper

China ist weltweit größter Produzent und Verbraucher von Feuerwerkskörpern. Ein großer Teil wird ins Ausland exportiert, besonders in die USA und nach Europa. In Indien findet etwa 90 Prozent der Feuerwerkskörperproduktion in Sivakasi statt. Die Zahl der Arbeiter in der Feuerwerksindustrie in Indien wird auf 30.000 geschätzt. 20 Prozent davon sind Kinder – die Hälfte unter 14 Jahren. Indien selbst verbraucht eine große Anzahl Feuerwerkskörper, meistens an einem Tag im Jahr: Diwali – das Fest des Lichtes.

Fußbälle

Rund 75% aller weltweit hergestellten Fußbälle stammen aus der Stadt Sialkot im Nordosten Pakistans. Zum Teil wird aber auch in China produziert, wo die Löhne noch niedriger sind. In kleinen Betrieben oder von zu Hause aus nähen die Kinderarbeiter die fünf- oder sechseckigen Lederwaben auf den Ball auf.

Glas

Die Glasindustrie befindet sich hauptsächlich in Indien. Im dortigen Ferozabad arbeiten etwa 8.000 bis 15.000 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren. Sie werden zum Herstellen von Armreifen, Perlen, Weingläsern, Geschirr und Glühlampen eingesetzt. Sie blasen und schleifen Glas. Kinder arbeiten mit brennenden Glaskugeln.

Goldschmuck

Wichtige Produktionsländer von Goldschmuck sind China (größter Hersteller von Billigschmuck), Indien und Thailand. Thailand und China sind zudem die beiden Länder, aus denen Deutschland am meisten Goldschmuck importiert. Allgemein ist Armut eine Ursache für Kinderarbeit in Goldschmieden. Für Indien sind noch Mängel im Schulsystem und Auswirkungen des Kastenwesens (bestimmte Bevölkerungsgruppen und deren Kinder werden diskriminiert) zu nennen.

Schuhe

Die Schuhindustrie zählt zu den größten Exportindustrien in Indien, die eine hohe Anzahl an Kindern arbeiten lässt: Geschätzt werden mehr als 25.000. Ein weiteres Hauptproduktionsland ist China. Auch im südamerikanischen Brasilien sind 30 Prozent der Beschäftigten in der Schuhindustrie minderjährig.

Spielzeug

Der Großteil der Spielwaren in deutschen Kinderzimmern wurden in China hergestellt. Dort arbeiten oftmals Kinder in den Fabriken. Sie sind an der Produktion und Verpackung der Spielsachen beteiligt. Kinder werden bevorzugt eingesetzt, weil sie die menschenunwürdigen Bedingungen, wie Hitze, Staub und giftige Dämpfe, eher akzeptieren als Erwachsene.

Streichhölzer

Die Herstellung von Streichhölzern ist ein wichtiger Industriezweig Im Süden von Indien. Es wird geschätzt, dass dort etwa 100.000 junge Mädchen als Arbeiter eingesetzt werden. Kinderarbeit ist in Indien immernoch billiger als die Anschaffung von Maschinen.

Teppiche

Aus Indien stammen rund 90 Prozent aller Teppichexporte. Laut Schätzungen arbeiten dort rund 350.000 Kinder unter 14 Jahren. In Nepal waren Anfang der neunziger Jahre nach Schätzung einer Kinderrechtsorganisation 150.000 Kinder beschäftigt. In Pakistan schätzte eine 1992 von Unicef und der pakistanischen Regierung erstellte Studie die Zahl der in der Teppichindustrie arbeitenden Kinder auf rund 900.000.

Textilien

Die Kinderarbeit in der Textilindustrie findet vor allem in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh statt, aber auch in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland. Die Baumwolle wird vor allem in Usbekistan und Ägypten gewonnen. Kinder übernehmen sämtliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Herstellung von Kleidung.

Ziegel

Viele der Kinder, die in den Ziegelbrennereien arbeiten müssen, sind Leibeigene, die in der Brennerei die Schulden ihrer Familie abarbeiten. Bei einer Untersuchung im Jahr 1995 fand man heraus, dass die Schulden der Kinder im Laufe ihrer Arbeitszeit nicht gesunken, sondern noch gestiegen sind.

Leder

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Leder und Lederwaren werden vor allem in Bangladesh, Pakistan und Indien mit Kinderarbeit hergestellt.

Fallbeispiel
Noakhali, 13, arbeitet in einer Gerberei in Bangladesh
Ich heiße Noakhali und vor einem Jahr zog ich mit meinem Onkel und Cousin nach Dhakara um. In meinem Dorf
… >> weiter lesen

Elektronische Geräte

Es gibt 700 verschiedene Rohstoffe, die für die Herstellung von elektronischen Geräten genutzt werden. Unter anderem Coltan, Gold, Kupfer und Kobalt. Viele werden in Entwicklungs- oder Schwellenländern produziert, wo auch ausbeuterische Kinderarbeit bei der Rohstoffgewinnung eingesetzt wird. So kommen 30% des jährlich geförderten Kupfers aus Chile und 50% des Kobalts … >> weiter lesen

Baugewerbe

Das Baugewerbe gehört zu den gefährlichsten Wirtschaftsbereichen überhaupt. Die Kinder müssen harte körperliche Arbeit leisten und sind dabei einer Vielzahl an Gefahren ausgesetzt. Manche Tätigkeiten der Kinder im Baugewerbe sind ähnlich der Arbeit in den Steinbrüchen, da auch beim Straßenbau Steine zerkleinert und transportiert werden müssen.

Schiffsabwrackung

Die weltweite Schiffsabwrackungsindustrie ist überwiegend in Bangladesh, Indien und Pakistan konzentriert. Diese Länder kaufen die Schiffe auf und lassen diese unter ausbeuterischen Bedingungen von Arbeitern (u.a. Kindern) auf so genannten Schiffsfriedhöfen oder Abwrackstränden in Einzelteile zerlegen. Auf diese Weise gewinnen die Länder einen nicht unerheblichen Teil an Stahl, den sie ansonsten zu höheren Preisen einkaufen müssten. Es wird geschätzt, dass Indien 15% und Bangladesh sogar 30% seiner Jahresproduktion an Stahl aus dem profitablen Geschäft der Abwrackung von Schiffen bezieht. Die bekanntesten Orte, an denen Schiffsabwrackung betrieben wird, liegen in Chittagong (Bangladesh) und Alang (Indien).

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