Wo wird mit Kinderarbeit produziert?
Tonnenweise illegaler Elektromüll (E- Müll) aus den USA und Europa wird überwiegend nach Afrika und Asien gebracht, vor allem nach China und Indien. Die Kinder arbeiten am Schrottplatz und kommen mit giftigen Chemikalien in Berührung. Die Geräte sind überwiegend in schlechtem Zustand oder funktionieren nicht mehr, schädigen die Gesundheit der Kinder und verschmutzen Wasser, Luft und Boden. 1)
Fallbeispiel:
Einzelschicksal in Silampur
Der zwölfjährige Mohammed arbeitet seit einem Jahr in Silampur. Damals starb sein Vater, der ebenfalls Computerschrott zerlegt hatte. Seine Mutter hat Mohammed auch nicht mehr. So muss sich Mohammed selbst versorgen. Die Werkstatt, in der er arbeitet, ist auch sein Schlafplatz. Dieses Zimmer ist nur 15 Quadratmeter groß und bis zur Decke vollgestellt mit ausrangierten Computerbauteilen. Mohammed leidet ständig unter Husten und Fieber.
Artikel im Spiegel
Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?
Sie sortieren Tastaturen, nehmen Kabel über offenem Feuer auseinander, um die Wertstoffe zu recyceln, schmelzen Computerteile und trennen Kupferteile aus dem Computerschrott. 2)3)
Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?
Elektroschrott enthält giftige Substanzen, unter anderem Arsen, Blei, Kobalt, Selen, Antimontrioxid und Quecksilber. Bei der Verbrennung dieser Stoffe entsteht giftiger Rauch, der das Wachstum der Kinder beeinträchtigt. Die Blutwerte der Kinder weisen extrem hohe Bleiwerte auf, die zu niedrigen Hämoglobinwerten und Blutarmut führen. Die erhöhten Bleiwerte verursachen außerdem Krebs, Hirnschäden, Asthma, Bronchitis oder andere Atemwegserkrankungen sowie Darm- und Hautkrankheiten. 4)5)
Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?
Vor dem Kauf eines neuen Geräts informieren, ob der Hersteller das Gerät zurücknimmt und ordnungsgemäß recycelt.
Oft lohnt es sich auch, eine Neuanschaffung noch einmal zu hinterfragen: Brauche ich wirklich ein neues Gerät? Oder kann ich das Alte behalten oder wieder herrichten lassen?