Diamanten und Edelsteine

Diamanten

Diamanten Bild: © (c) Vitamancer | Dreamstime.com - Dreamstime

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Sieben von hundert Diamanten, die weltweit verkauft werden, sind von Kindern bearbeitet worden. In Indien arbeiten geschätzte 80.000 Kinder in der Diamantenindustrie. In den westindischen Städten Surat und Mumbai befinden sich die größten Edelsteinschleifereien der Welt. Etwa 80 Prozent der gewonnenen Diamanten werden dort poliert. Etwa ein Viertel der Arbeiter in den Schleifereien von Surat sind Kinder. Auch in Sierra Leone werden Kinder in den Diamantenminen beschäftigt. In Madagaskar graben Kinder illegal in Eigenregie nach Saphiren.1)2)3)

Fallbeispiel
Der Traum vom großen Glück
Etwa 19.000 Kinder arbeiten in Madagaskar in Minen in der Ilakaka-Region. Auch Denno, 13, und Francois, 10, kämpfen sich jeden Morgen durch eisigen Wind zu ihrem Arbeitsplatz. Wie alle anderen träumen sie davon, eines Tages den großen Saphir zu finden, der ihr Leben schlagartig auf den Kopf stellen würde. Ein 10-Gramm schwerer Saphir bringt etwa 3.200 Euro ein. Grund genug für viele Eltern, ihre Kinder von der Schule in die Mine zu schicken. „Meine Eltern wurden vom Saphir-Traum angelockt, deswegen gehe ich nicht mehr zur Schule“, sagt Francois. Auch Charles Randrianjato nahm seine 13-jährige Tochter von der Schule und ließ sie in den Bergwerken arbeiten. „Ich verstehe, dass die Jugend der Saphir-Kinder zerstört wird, aber ich habe ja keine Wahl“, entschuldigt er. Die Arbeit, die die Kinder dort verrichten, ist eine Tortur. Der 15-jährige Henry Ramiandrimisoa arbeitet täglich zwölf Stunden, er hievt die Taschen der Minenarbeiter an die Oberfläche. „Die ersten Tage war ich krank. Manchmal gab es etwas zum Mittagessen, manchmal nicht.“

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Zu den Tätigkeiten der Kinder in der Diamantenindustrie gehören folgende Arbeitsvorgänge:

  • Das Schleifen und Polieren von Diamanten. Dabei arbeiten sie bis zu 16 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Während ihrer Ausbildung zum Diamantenschleifer bekommen die Kinder keinen Lohn.
  • Die Suche nach Edelsteinen. Sie graben in der Erde und im Kies, sieben dann nach Edelsteinen. Kinder werden nach Stückzahl bezahlt. Sie können nur maximal 60 Prozent eines Erwachsenen verdienen.3)1)2)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Konkret hat diese Arbeit für sie folgende Konsequenzen:

  • Der feine Diamantenstaub und chemische Mittel, die beim Schleifen eingesetzt werden, können Haut und Schleimhäute verätzen.
  • Die Teilchen, die beim Polieren frei werden, können sich in Haut, Augen und Lunge festsetzen und neben Infektionen auch Tuberkulose und Krebs verursachen.
  • Viele Kinder bekommen bei der Arbeit zu wenig zu essen und sind chronisch unterernährt.
  • Bei Grabungen in Eigenregie besteht wegen der meist unprofessionellen Absicherung der Stollen große Einsturzgefahr.3)4)2)
  • Viele Kinder gehen selten bis gar nicht zur Schule.

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Fair Trade in Gems and Jewelry vertreibt Edelsteine, die garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt und fair gehandelt wurden.

Quellen + Links

Video: euronews: Kinderarbeit in Kongos Diamantenminen
ILO Bericht zur Kinderarbeit in der Diamantenindustrie

  1. BBC News: Kinderarbeit in Sierra Leone [] []
  2. Dreikönigsaktion: Bildungsarbeit [] [] []
  3. terre des hommes: Kinderarbeit [] [] []
  4. Diamantenstaub und Kinderarbeit []

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