Kinderarbeit

Als Kinderarbeit wird der Einsatz von Kindern1) zur Erwerbsarbeit bezeichnet.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten weltweit ungefähr 218 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren.

Im globalen Mittel gehen heute von 100 Kindern aus dieser Altersgruppe 20 einer Erwerbsarbeit nach; davon zehn stundenweise und zehn ganztags. 4 von 5 Kindern erhalten dabei keinen Lohn und die Hälfte von ihnen muss 9 Stunden oder länger pro Tag arbeiten.

Besonders viel Kinderarbeit gibt es dabei in den Regionen Asien, Pazifik und Afrika südlich der Sahara. Die meisten Kinder arbeiten in der Landwirtschaft, in Werkstätten oder Fabriken, als Straßenverkäufer oder als Dienstmädchen. Auch Prostitution, Sklaverei und die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten stellt in vielen Gebieten der Erde ein Problem dar.

Seit 1989 sichern die Vereinten Nationen mit der UN-Kinderrechtskonvention Kindern das Recht zu, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt zu werden. 2002 wurde mit dem ersten Welttag gegen Kinderarbeit ein internationaler Gedenktag eingerichtet, der jährlich am 12. Juni stattfindet. Seit 2003 wird im Rahmen dieses Gedenktages auch verstärkt auf den Kinderhandel (Versklavung) hingewiesen.

Doch viele Länder halten sich nicht an die UN-Konvention, oder haben sie noch nicht einmal unterschrieben.

Die Gründe für Kinderarbeit sind vielfältig, doch meist steht die Armut im Vordergrund. Viele arme Eltern schicken ihre Kinder arbeiten, um etwas zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. In Afrika sind vor allem Aids und Bürgerkriege ein Problem. Viele Kinder werden zu Voll- oder Halbwaisen und sind somit gezwungen arbeiten zu gehen um zu überleben.2)

1) Kind nach Definition der Kinderrechtskonvention der UNO: Wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. http://de.wikipedia.org/wiki/Kind