H&M

Für „Aktiv gegen Kinderarbeit“ relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Schuhe - Textilien

Erklärung der Farbsymbole

Bewertungen zu Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit:
Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.
Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.
Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns Aussagen vor, mit denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).
Bewertungen zu Kontrollen der Produktionsstätten:
Es gibt unabhängige Kontrollen.
Es gibt nur interne, nur teilweise externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.
Es gibt keine Kontrollen oder die Firma macht dazu keine Angaben.
Bewertung zu Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit:
Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.
Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv' reagiert. ‚Positiv' = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.
Auf Vorwürfe wird nicht oder ‚negativ' reagiert. ‚Negativ' = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.
Bewertung zu Engagement gegen Kinderarbeit:
Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.
Firma engagiert sich im sozialen Bereich,
aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Firma Marke
Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit

Branche

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Richtlinien in den Produktionsstätten kontrolliert?

  • 50 Verhaltenskodex-Inspektoren sollen die Einhaltung der Bedingungen, die aus dem Verhaltenskodex hervor gehen, durch regelmäßige Kontrollen bei den Herstellern kontrollieren und Hilfestellung bei der Umsetzung der Vorgaben bieten - kein unabhängiges Überwachungssystem!6)
  • Seit 2005 hat H&M ein neues Auditoring-System entwickelt, das FAP (Full Audit Programm), welches tiefer gehende Kontrollen und bessere Kontrollen der Sublieferanten ermöglichen soll. Neben Kontrollen sei es für H&M auch von hoher Bedeutung, zu Bewusstseinsbildungsprozessen für soziale und ökologische Fragen beizutragen, beispielweise durch Schulungen für das Management aber auch durch Workshops, die etwa die Arbeiter selbst über ihre Rechte aufklären und somit die Basis dafür schaffen, für diese auch selbst einzutreten.7)
  • Seit 2008 ist H&M zudem akkreditiertes Mitglied der Fair Labor Association8), die zusätzliche, unabhängige Kontrollen bei Zulieferbetrieben von H&M, beginnend in China, durchführt.9)
  • Das Kontrollprogramm gilt jedoch nicht für die Hersteller der verwendeten Materialien wie zum Beispiel Stoffe oder Knöpfe. 10)
  • Im November 2007 erklären H&M-Sprecher, dass H&M keine Kontrolle über die Baumwollproduktion habe. 11)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Im Dezember 1997 wurde im schwedischen Fernsehen eine Dokumentation gesendet, in der H&M unter anderem der Kinderarbeit auf den Philippinen beschuldigt wurde. 12)
  • Im November 2007 berichtet das schwedische Fernsehen erneut über Kinderarbeit für H&M-Produkte, diesmal bei der Baumwollproduktion in Usbekistan, bei der auch H&M-Produzenten einkaufen. Eine H&M-Unternehmenssprecherin Annacarin Björne gibt zu, dass dies schon lange bekannt sei, weißt aber die Verantwortung für die Produktionsbedingungen in der langen Lieferkette von sich.13) 14)
  • Laut dem von H&M selbst veröffentlichten Ergebnisberichts über eigene Kontrollen bei seinen Lieferanten im Jahr 2006 wurde bei 3 Prozent der Lieferanten (insgesamt in 27 Lieferanten) Verstöße gegen das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter festgestellt. Bei über 15 Prozent wurden Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohnes bezahlt.15) Werden Erwachsene nicht wenigstens so bezahlt, dass sie den Lebensunterhalt ihrer Familie bestreiten können, ist die Gefahr groß, dass diese auch ihre Kinder zum Arbeiten schicken müssen.

Reaktionen

Wie hat das Unternehmen auf die Vorwürfe reagiert?

  • H&M untersuchte Fall vom Dezember 1997 nach eigenen Aussagen vor Ort und stritt die Vorwürfe ab. 16)
  • Auf die Vorwürfe im November 2007 reagierte die H&M-Unternehmenssprecherin so: „H&M kann nur Unternehmen kontrollieren, mit denen es direkte Geschäftsbeziehungen habe, das seien die Lieferanten und deren Zulieferer. Mit den Baumwolllieferanten haben wir keine Geschäftsbeziehung.“17)
  • H&M wolle seinen Einfluss auf die Baumwollproduzenten erhöhen. Dazu fordere H&M all seine Baumwolle verarbeitenden Lieferanten (z.B. mit eigenen Spinnereien) dazu auf, beim Einkauf und der Verarbeitung von Baumwolle keine Baumwolle zu verwenden, bei der der Verdacht besteht, dass diese unter Einsatz von Kinderarbeit gepflückt worden ist. 18)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend im sozialen Bereich?

  • H&M unterstützt Ausbildungsprojekte für ehemalige Kinderarbeiter in Bangladesh und Indien. In der indischen Stadt Tirupur fördert H&M (mit jährlich 45.000 Euro) gemeinsam mit Terre des Hommes Abendschulen für Kinderarbeiter.
  • H&M und Unicef haben einen dreijährigen Kooperations-Vertrag, dieser beinhaltet ein Bildungsprojekt für Mädchen in Entwicklungsländern und ein Projekt zur Verhinderung der weiteren Verbreitung von HIV in Kambodscha.19)
  • In einer ersten Projektphase von Juli 2008-Sommer 2009 unterstützt H&M Unicef mit 150000€ USD für deren Einsatz in Usbekistan, um dort alle relevanten Behördenvertreter über ausbeuterische Kinderarbeit zu schulen. 20)
  • H&M unterstützt verschiedene weitere Initiativen im ökologischen und sozialen Bereich. Einen Überblick gibt es auf der H&M Webseite "Unsere Verantwortung"
  • H&M steigerte den Verbrauch von Bio-Baumwolle von 1,300 Tonnen in 2007 auf 3,000 Tonnen in 2008 (Ziel 2013: 15,000 Tonnen 21)



Stand: 04/05/2009

Quellen und Links