VF Corporation

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Schuhe -

Zur VF Corporation Gruppe gehören weiter folgende Marken:1)

  • Nautica, Riders by Lee, 7 for all mankind, Jan Sport, Reef, eagle creak, ella moss, Bulwark’FR, Rustler, Majestic, Kipling, smartwood, Red Kap, John Varvatos, Splendid, lucy

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Die VF Corporation hat einen „Code of Conduct“, der Kinderarbeit verbietet. Demnach dürfen Kinder, die jünger als 15 Jahre alt sind (beziehungsweise 14, falls dies die ILO-Regelung des jeweiligen Landes vorsieht), nicht beschäftigt werden. Zudem dürfen auch keine Kinder beschäftigt werden, für die im jeweiligen Land noch Schulpflicht besteht, falls diese bei über 15 Jahren liegt3)
  • Bei Verstößen gegen den Code of Conduct, wird VF Corporation die notwendigen Mittel ergreifen und ggf. die Geschäftsbeziehungen mit der entsprechenden Fabrik beenden4)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Die angekündigten und unangekündigten Kontrollen werden von der VF Corporation im Zuge des „Social Compliance Program“ selbst durchgeführt.5)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Bei den Kontrollen wird ab und zu Kinderarbeit entdeckt, dies ist laut dem Unternehmen jedoch sehr selten.5)
  • 2011 konnte in Fabriken folgender Länder Kinderarbeit festgestellt werden: China, Indien, Pakistan, Thailand und Türkei.6)
  • Im April 2012 veröffentlichten die SOMO (Centre for Research on Multinational Corporations) und das ICN (India Committee of the Netherlands) die Studie Maid in India. Timberland, Tochterfirma von VF, wird im Bericht als Abnehmer der indischen Textilfabrik Eastman Exports genannt. Offiziell stellt Eastman keine Arbeiterinnen mehr nach dem Sumangali-Schema ein, bei dem Arbeiterinnen über einen mehrjährigen Zeitraum an eine Fabrik gebunden werden und erst nach Ablauf des Vertrages sie ihr angespartes Geld ausbezahlt bekommen. Bereits seit 2010 sollte das Schema bei Eastman auslaufen, trotzdem wurden noch Arbeiterinnen angetroffen, die nach diesem Prinzip eingestellt sind. Die exzessiven und erzwungenen Überstunden geben den Forschern den größten Anlass zur Sorge. Bei der Untersuchung wurden Arbeiterinnen angetroffen, die 14 Jahre alt waren, und das trotz der Richtlinie, die Eastman sich auferlegt hatte, nur noch Arbeiter über 18 Jahren einzustellen7) .
  • Da in der Maid in India-Studie nur Timberland genannt wurde, wurde entschieden, in der Firmenliste nur Timberland und die VF Corporation mit „rot“ bezüglich der Vorwürfe zu bewerten. Die restlichen Unterfirmen wie Eastpak, Lee, The North Face oder Wrangler werden in der Firmenliste weiter mit einem gelben Punkt aufgeführt.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Bei Verstößen gegen die Bestimmungen des „Code of Conduct“ werden die Vorfälle in den betroffenen Fabriken in den „Corrective Action Plan“ mit aufgenommen.
  • Zudem wird von der Fabrik verlangt, für die Bildung des Kindes aufzukommen und ihm einen Arbeitsplatz zu gewährleisten, sobald es das legale Arbeitsalter erreicht hat.6)
  • Wird das Problem von der entsprechenden Firma nicht behoben, so wird sie nicht mehr als Produzent genutzt.5)
  • Auf die Vorwürfe der Maid in India Studie sind uns zum jetzigen Zeitpunkt keine Reaktionen bekannt.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Die Firma hat die Petition gegen Kinderarbeit in der Baumwollindustrie in Usbekistan unterschrieben.5)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • 2006 wurde die Firma „Atateks“, die ein Zulieferer der Firma „Nautica“ (Tochter der VF Corporation) ist, wegen schweren Arbeitsrechtsverletzungen angeklagt. Ihr wurde unter anderem Menschenhandel und Misshandlungen von Arbeitern vorgeworfen.8)
  • In der jordanischen Firma „Needle Craft“, ebenfalls Zulieferer von „Nautica“, wurden auch schlechte Arbeitsbedingungen vorgefunden. Arbeiterinnen wurden geschlagen und sie mussten täglich 14 bis 16 Stunden arbeiten und bekam dafür nicht einmal einen Dollar am Tag.9)
  • 2006 wurden einem chinesischen Zulieferer von Nautica Umweltverschmutzung durch Abwässer vorgeworfen10)
  • Die Firma Napapijri (Tocher der VF Corporation) bezog Waren einer türkischen Fabrik, die in gewerkschaftsfeindliche Aktionen verwickelt war11)
  • Das 2010 veröffentlichte „Outdoor Gear Special“ des Ethical Consumer Magazins beklagt zudem, dass Firmen für Outdoor-Bekleidung im allgemeinen und die VF Corporation im speziellen, Chemikalien verwenden, die die Umwelt stark belasten. Deshalb erhielt die Marke „The Northface“ (Tochter der VF Corporation) bei der Untersuchung sehr schlechte Bewertungen in puncto Umwelt. Auch bei der Bewertung der Menschen- und Arbeitsrechte schnitt die Marke sehr schlecht ab.12)13)

Links und Quellen

  1. Homepage der VF Corporation []
  2. Mitteilung der VF Corporation an EarthLink vom 08.03.2012 []
  3. Code of Conduct, Principle 2 []
  4. Code of Conduct []
  5. Mitteilung der VF Corporation an EarthLink vom 08.03.2012 [] [] [] []
  6. Mitteilung der VF Corporation an Earthlink vom 20.03.2012 [] []
  7. SOMO – Centre for Research on Multinational Corporations/ICN – India Committee of the Netherlands: Maid in India (April 2012, Englisch) []
  8. Atateks Report 2006 []
  9. National Labour Comittee Report 2006, S.79-81 – Link nicht mehr abrufbar – 09.01.14 []
  10. Outdoor Gear Special, S.26 – Ethical Consumer []
  11. International Textile, Garment& Leather Workers’ Federation 2006 – nicht mehr abrufbar 13.01.2014 []
  12. Bericht über Studie „Outdoor Gear Special“ []
  13. „Outdoor Gear Special“ []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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