Tchibo (Kaffee)

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Kaffee -
Branchenzuordnung: Kaffee, Tee -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Die Kaffeebohnen werden von Lieferanten “rund um den Äquator” (Süd- und Mittelamerika, Afrika, Indonesien etc.) bezogen. 1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Tchibo bekennt sich in seinem Code of Conduct (Verhaltenskodex) zu der UN-Konvention über die Rechte von Kindern und den fundamentalen ILO-Konventionen. Zu diesen gehören die Konventionen 138 und 182, welche unter anderem das Verbot von Kinderarbeit beinhalten. 2) In seinem Zulieferer-Code of Conduct wird Kinder- und Zwangsarbeit explizit verboten. 3)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor. Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Vorwürfe zu ausbeuterischer Kinderarbeit gab es zu mehreren Kaffee-Plantagen in Guatemala, von denen Tchibo Bohnen bezieht. 4)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Tchibos Chefeinkäufer A. Christmann gab bekannt, dass Tchibo daran arbeiten wolle, “dass so etwas nicht mehr vorkommt”. In einer offiziellen Stellungnahme gegenüber dem WDR bekannte Tchibo: “Insbesondere während der Erntezeiten kann es immer noch zu unzulässiger Kinderarbeit kommen.” (( WDR-Markencheck: Tchibo, vom 10. Januar 2011. Link zum Video auf youtube ))

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Seit Juli 2010 engagiert sich Tchibo gemeinsam mit der Aid by Trade Foundation in einem Schulprojekt in Benin. Ziel des Programms ist es, die schulische Infrastruktur und die Unterrichtsqualität in sechs Gemeinden des Landes zu verbessern. 5) ist Mitglied bei “Common Codes for the Coffee Community” (4C), bei der Non-Profit-Organisation International Coffee Partners und bei der “Sustainable Agriculture Initiative”. Für nachhaltige Anbaumethoden kooperiert Tchibo mit der GIZ und der ECOM Coffee, ca 10% (Stand 2010) der Tchibo-Kaffees werden nachhaltig produziert (Zusammenarbeit mit FairTrade, der Rainforest Alliance und Einhaltung der EG-Öko-Verordnung für das Bio-Siegel). 6)
  • Mit dem Mount Kenya Projekt unterstützt Tchibo kenianische Bauern mit dem “Bau einer Wasserleitung, der Anschaffung von Nutzvieh und Baumaterial sowie der Anschaffung von Bildungsmaterialien für Waisenkinder”. 7)
  • Tchibo ist Initiator und Partner diverser gemeinnütziger Projekte wie bspw. Spendenaktionen (“Rote Hasen”) oder Charity-Programmen. 8)

 

18/05/2007 23/11

 

  1. Tchibo Broschüre, S. 5 [zurück zum Text]
  2. Tchibo Code of Conduct [zurück zum Text]
  3. Tchibo Social Code of Conduct SCoC für Zulieferer [zurück zum Text]
  4. WDR-Markencheck: Tchibo, vom 10. Januar 2011. Link zum Video auf youtube [zurück zum Text]
  5. Glocalist, 11.06.2010 – Link nicht mehr aufrufbar: 05.03.2014))
  6. Bemerkenswertes

    Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv’ reagiert. ‚Positiv’ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ’ darauf reagiert. ‚Negativ’ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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