Tally Weijl

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Schuhe - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -
Das Unternehmen hat auf unsere Nachfrage an contact@tally-weijl.com am 29.07.2013 noch nicht geantwortet.

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Für das Unternehmen liegt kein Nachhaltigkeitsbericht vor und der Verhaltenskodex ist nicht öffentlich zugänglich. Lediglich gegenüber der Clean Clothes Kampagne (CCK) wurde er offengelegt.2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Laut der auf dem Sender SF ausgestrahlten Sendung „Kassensturz“ vom 18. März 2008 über Kinderarbeit in Indien, muss u.a. auch in den Produktionsstätten von Tally Weijl mit Kinderarbeit gerechnet werden. Grund hierfür sind unzureichende Kontrollen in den Produktionsstätten und das Ignorieren der Anfragen diesbezüglich.3)
  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Tally Weijl-Gründerin Tally Elfassi-Weijl ist Repräsentantin der Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz gegen die „Diskriminierung von HIV-positiven Menschen am Arbeitsplatz“. Hierfür wurde im Unternehmen eine Workplace-Policy zum Schutz von HIV-positiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingeführt.4)
  • Das Unternehmen weigerte sich nach den Fabrikeinstürzen in Bangladesch ein Abkommen für mehr Gebäudesicherheit und Brandschutz in den Produktionsstätten in Bangladesch zu unterzeichnen.5)

Links und Quellen

  1. Clean Clothes: Firmenprofil Tally Weijl (zuletzt aufgerufen am 04.03.2014) []
  2. Clean Clothes: Firmenprofil Tally Weijl (zuletzt aufgerufen am 04.03.2014) []
  3. SRF: Kindersklaven in Indien: Skrupellose Modefirmen (zuletzt aufgerufen am 04.03.2014) []
  4. Tally Weijl: Pressemeldung – nicht mehr aufrufbar 25.2.15 []
  5. Handelszeitung: Charles Vögele und Tally Weijl kneifen bei Sicherheit (zuletzt aufgerufen am 04.03.2014) []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

3 Kommentare zu Tally Weijl

  1. CoLa sagt:

    wir finden es nicht gut wenn kinder unter zwang arbeiten müssen das muss gestoppt werden!CoLa

  2. Bea sagt:

    Hallo,

    ich finde die Seite echt super!
    Allerdings war ich jetzt nochmal auf der INternetseite von Tally Weijl und sehe dort, dass sie sich für viele Projekte engagieren. Außerdem habens sie inzwischen das Abkommen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Gebäudesicherheit in Textilfabriken in Bangladesch (Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh) unterzeichnet.
    Ist diese Information glaubwürdig?

    Viele Grüße

    Bea

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo Bea,

      soziales Engagement ist durchaus glaubwürdig und nachweisbar. Allerdings sagt es noch nichts über die Sozialverantwortlichkeit eines Unternehmens entlang der Produktionskette aus. Diese sollte man sich als Verbraucher genau ansehen. Hier spricht man von „Green“- oder „Fair-Washing“, wenn z.B. soziale Einzelprojekte unterstützt werden, um von den mangelhaften Arbeitsbedingungen abzulenken.
      Die Unterzeichnung des Abkommens kommt einer Selbstverpflichtungeerklärung gleich. Abzuwarten bleibt, ob es umgesetzt wird.

      Liebe Grüße,
      dein earthlink-Team

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