Takko

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Es besteht ein Verhaltenskodex für Produzenten, in dem neben des Verbots von Kinderarbeit weitere wichtige Mindeststandards (wie bspw. das Verbot von Zwangsarbeit) festgeschrieben sind.
  • Im Verhaltenskodex heisst es:
    „Der Produzent setzt keine Kinder zur Vorbereitung oder Herstellung von Takko Produkten ein. Die Bezeichnung „Kind“ bezieht sich auf eine Person die jünger als 15 Jahre ist oder älter, wenn das lokale zugelassene Mindestalter für Beschäftigung oder das Alter der zu erfüllenden Schulpflicht höher ist. Die Produzenten, die junge Personen beschäftigen, die nicht unter die Definition „Kind“ fallen, stehen ebenfalls im Einklang mit allen Gesetzen und Regelungen, die auf solche Personen anzuwenden sind.“
  • „Produzenten nutzen keine Subunternehmen für die Herstellung von Takko Produkten, oder deren Bestandteilen, die nicht ebenfalls diesen Verhaltenskodex unterzeichnet haben und danach handeln.“2) .
  • Darüber hinaus ist die Takko Holding GmbH Mitglied der Initiative „sozial-fair“ des Verbandes der Fertigwarenimporteure (VFI).3) Damit unterstützt Takko laut Mitteilung des Unternehmens die Einhaltung und kontinuierliche Verbesserung sozialer Standards.1)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • „Produzenten autorisieren Takko und seine bestimmten Vertreter (inklusive dritte Parteien) sich an Überwachungsaktivitäten zu beteiligen, um die Einhaltung dieses Verhaltenskodex zu gewährleisten, inklusive unangekündigter Inspektionen der Produktionsbedingungen und Mitarbeiterwohnungen, Einsicht in Bücher und Aufzeichnungen, welche die Beschäftigung betreffen sowie private Befragungen von Mitarbeitern. Produzenten bewahren am Standort alle Dokumente auf, die benötigt werden könnten, um die Einhaltung dieses Verhaltenskodex belegen zu können.“2) Jeder Verstoß gegen den Code führt zur sofortigen Einstellung der Geschäftsbeziehungen.1)
  • Takko betont besonders, dass sie mit insgesamt über 150 Mitarbeitern in Büros in den Produktionsländern vertreten sind. Daher bestehe jederzeit die Möglichkeit, unangekündigte Kontrollen durchzuführen bzw. auf Missstände aufmerksam zu werden.1)
  • Bevor Unternehmen als Produzenten für Takko tätig werden können, erfolgt eine Kontrolle der Produktionsstätte und der Produktionsbedingungen vor Ort. Nur wenn bei dieser Erstprüfung keine gravierenden Mängel entdeckt werden, kommen die Unternehmen als Produzenten für Takko in die engere Wahl.1)
  • Takko ist seit Oktober 2011 Mitglied der FWF, welche unabhängige Kontrollen durchführt.4)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • In direktem Bezug auf dieses Unternehmen bzw. diese Marke sind uns keine Vorwürfe zu Kinderarbeit bekannt.
  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.
  • Ob das Unternehmen Produkte aus solchen Produktionsstätten oder Plantagen bezieht oder nicht, hat es uns nicht mitgeteilt. Soweit das Unternehmen keine wirksamen Kontrollen seiner eigenen Produktionsstätten und der seiner Vorlieferanten durchführen lässt, kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Das Unternehmen ist sich der Tatsache bewusst, dass unter anderem die günstigen Preise von Textil-Discountern im Allgemeinen Argwohn hervorrufen. Die Takko Holding GmbH wehrt sich gegen das Klischee vom Discounter: niedrige Preise = niedrige unternehmerische Verantwortung. Nicht die Ausbeutung von Arbeitern (inklusive Kindern) trage zu den günstigen Marktpreisen bei, stattdessen seien es unter anderem der Einkauf großer Stückzahlen, eine zentrale Logistik, effizienter Vertrieb und flache Hierarchien.1)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Am 13. Juni 2008 eröffnete der Discounter Takko eine Vor- und Grundschule am indischen Produktionsstandort Tirupur.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Für die Sendung „Kassensturz“, gesendet am 18.03.2008 im Schweizer Fernsehen, wurde in einer Umfrage das Engagement von insgesamt 50 Textilmarken gegen Kinderarbeit untersucht. Abgefragt wurde, ob die Unternehmen ihren Zulieferern Kinderarbeit verbieten, ob sie soziale Standards verlangen und ob in den Fabriken unabhängige Kontrollen durchgeführt werden. Zu den untersuchten Firmen zählte auch Takko, das dabei zusammen mit 25 anderen Unternehmen mit „genügend“ bewertet wurde.5)
  • Am 04.11.2012 wurde bekannt, dass Takko in chinesischen Gefängnissen hat produzieren lassen. Takko hatte 50.000 Jacken und Tops bei der Global Fashion Support GmbH (GFS) geordert. Deren Tochterfirma Granville Hongkong Textiles Limited hatte daraufhin den Auftrag an chinesische Subunternehmer vergeben, welche die Ware in heimischen Gefängnissen herstellen ließen. Gegenüber Medien bestritt Takko, davon Kenntnis gehabt zu haben. Zudem wurde mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit mit GFS bereits im Sommer 2012 beendet worden war.6)
  1. Mitteilung des Unternehmens vom 22.01.2009 [] [] [] [] [] []
  2. Takko Verhaltenskodex [] []
  3. Homepage des Verbands der Fertigwarenimporteure (VFI) []
  4. Takko Homepage: FWF []
  5. „Kassensturz“-Auswertung zum Engagement von 50 Textilmarken gegen Kinderarbeit – Video des SRF – nicht mehr verfügbar []
  6.  Takko produzierte in chinesischen Gefängnissen – Spiegel Online []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

4 Kommentare zu Takko

  1. Sabine Müller sagt:

    Leider geht Takko dafür mit seinen Mitarbeitern in den Shops unmenschlich um. Es wird nur der Mindestlohn gezahlt, dafür soll man aber rund um die Uhr spontan vefügbar sein und wird an den freien Tagen telefonisch und per SMS von der FL belästigt. Man kommt keinen Monat auf die vertraglich zugesicherten 450€. Mobbing und Rassismus in den Filialen sind an der Tagesordnung, dagegen wird nichts unternommen. Arbeitsverträge werden erst ausgehändigt, wenn man mit Anwalt droht. Ebenso verhält es sich mit Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, auch diese muss man schriftlich einfordern (mit Verweis auf entsprechende geltende Gesetze in diesem Land). Die Bezirksleiter sind in ganz viele Fällen Totalversager, die Filialleitungen haben von Mitarbeiterführung keine Ahnung. Been there, done that. Man sollte sich nicht täuschen lassen. Filialisten und große Unternehmen beuten IMMER Menschen aus-ob nun hier in der Filiale oder in Bangladesh! Die 4 Monate, die ich bei Takko gearbeitet habe, hatte ich übelsten Ausschlag am ganzen Körper. Ärzte diagnositzierten eine Kontaktallergie auf Farbstoffe in dunkler Kleidung. „Sauber“ ist bei Takko nur die Kassentheke!

  2. Gudrun Thomas sagt:

    Wie verhält sich das jetzt mit Takko. Wieso haben die 3 grüne Punkte? Und wenn ich näher hinschaue, sieht das doch wieder sehr zwielichtig aus? Oder verstehe ich da was falsch?

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo Frau Thomas,
      wir haben Takko aktualisiert. Der gelbe Kontrollpunkt ergibt sich daraus, dass das Unternehmen zwar unangekündigte Kontrollen durchführt und Mitglied der Fair Wear Foundation ist, aber nicht bekannt ist, woher z.B. die Baumwolle bezogen wird. Einen grünen Bewertungspunkt gäbe es bei lückenloser Transparenz der Wertschöpfungskette.

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