Starbucks

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Kaffee - Kakao - Zucker -
Branchenzuordnung: Kaffee, Tee -

Auf unsere Anfrage vom 14. August 2009 antwortete uns Starbucks folgendermaßen:

“Vielen Dank für Ihre Nachricht und das damit verbundene Interesse an einer Zusammenarbeit mit Starbucks Coffee Deutschland. Nach Rücksprache mit der Marketingabteilung, müssen wir Ihnen leider Mitteilen, dass eine Kooperation in dieser Form nicht Zustande kommt. Wir hoffen Sie bald wieder als Gast in unseren einzigartigen Coffee Houses Begrüßen zu dürfen.”

Auf unsere erneute Anfrage vom 23. Februar 2012 hat das Unternehmen bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geantwortet.

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • In seinem “Global Human Rights Statement” spricht sich Starbucks gegen Kinderarbeit aus.
  • Falls Kinder unter 18 Jahren eingestellt werden, darf dies nicht die Bildung, Gesundheit, Sicherheit, sowie mentale und physische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Zudem müssen die gesetzlichen Regelungen bezüglich Mindestalter, Arbeitsstunden und Aufgaben eingehalten werden. 2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Laut dem Lieferanten-“Code of Conduct” führt Starbucks selbst Kontrollen bei den Lieferanten durch.
  • Auch unabhängige Dritte, die von der Firma ” Scientific Certification Systems” (SCS) ausgebildet werden, führen Kontrollen durch 3)
  • Werden die Anforderungen nicht erfüllt, kann es zur Aufkündigung der Geschäftsbeziehungen kommen. 4)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Bereits 1997 wurde Starbucks vorgeworfen, es gebe Kinderarbeit auf Plantagen in Guatemala. 5)
  • 2000 wurde dieser Vorwurf wiederholt, nachdem durch eine Reportage des ABC TV San Francisco erneut Kinderarbeit auf Plantagen Guatemalas nachgewiesen werden konnte. 6)
  • In ihrem Bericht von 2006 erhob die Gewerkschaft von Starbucks den Vorwurf, dass die niedrigen Löhne für die Farmer in Sidamo, Äthiopien Kinderarbeit fördern.  In der Region Sidamo sollen laut dem Bericht rund zwei Millionen Kinder zwischen fünf und siebzehn Jahren in der Landwirtschaft arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. 7)
  • Neben Vorwürfen der Kinderarbeit wurde Starbucks vermehrt wegen Verletzung von Arbeitsrechten und Diskriminierung und Schikane von Mitarbeitern angeklagt.  8)   9) 10) 11)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Starbucks reagierte abwehrend auf die Vorwürfe von 1997 und nahm keine der von verschiedenen Organisationen vorgebrachten Vorschläge zur Verbesserungen der Bedingungen auf den Plantagen auf. 12)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Starbucks unterstützt seit 2005 die Organisation “Save the Children” mit Geldspenden, um unter anderem Kindern in Guatemala Bildung zu ermöglich. 13)   14)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Vermehrt wurde Starbucks Arbeitsrechtsverletzungen und Schikane von Mitarbeitern vorgeworfen. Zudem geht Starbucks gegen Gewerkschaften und die Gründung von Betriebsräten vor. 8)   9)   15)   10)   16)
  • Die äthiopischen Bauern wollten durch Namensschutz den Vertrieb ihres Kaffees besser kontrollieren und so mehr Geld für ihren Kaffee erhalten. Starbucks weigerte sich jedoch, den Vertrag zu unterschreiben. Erst als dem Unternehmen nach vielen Verhandlungen Ansehensverlust drohte, unterzeichnete Starbucks 2007 einen Lizenz-, Vertriebs- und Marketingvertrag. 17)
  • Seit dem 2. März 2012 ist der in Deutschland und Europa verwendete Espresso zu 100% Fairtrade zertifiziert. 18)
  • Starbucks engagiert sich in verschiedenen Projekten bezüglich Umwelt, den Bedingungen auf Kaffee-, Kakao- und Teeplantagen und in weiteren Themenbereichen. Einen Überblick über die Projekte gibt es auf der Starbucks-Webseite. 19)
  • Starbucks ist Mitglied beim BSR. 20)
  • Seit dem 2. März 2012 “schenkt  Starbucks in allen Kaffeehäusern  in
    Deutschland und Europa ausschließlich 100 Prozent Fairtrade
    zertifizierte espressobasierte Getränke aus”. Dies verbessert zumindest
    die Lage der Kaffeebauern in Guatemala, Costa Rica, Peru und Tansania.
    Denn die dort eingekauften Bohnen des “Espresso Roast” dienen als Basis
    für alle Espressogetränke. 21)

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Links und Quellen

  1. Starbucks Unternehmensprofil[zurück zum Text]
  2. “Global Human Rights Statement”[zurück zum Text]
  3. Scientific Certification Systems[zurück zum Text]
  4. “Lieferanten Code of Conduct”[zurück zum Text]
  5. Starbucks reneges on code – Campaign for coffee workers to resume – Dignity in Labour [zurück zum Text]
  6. “Global Exchange”[zurück zum Text]
  7. Gewerkschaftsbericht von 2006[zurück zum Text]
  8. SZ Schikane von Mitarbeitern[zurück zum Text][zurück zum Text]
  9. SZ Diskriminierung[zurück zum Text][zurück zum Text]
  10. Ethical Consumer[zurück zum Text][zurück zum Text]
  11. Business and Human Rights Ressource Centre[zurück zum Text]
  12. “US Labor Education in the Americas Project”[zurück zum Text]
  13. Human Rights Translated[zurück zum Text]
  14. Save the Children[zurück zum Text]
  15. Stop Starbucks[zurück zum Text]
  16. Business and Human Rights Ressource Centre[zurück zum Text]
  17. epo-Entwicklungspolitik online[zurück zum Text]
  18. “Starbucks verstärkt Kooperation mit Fairtrade”[zurück zum Text]
  19. “Starbucks Responsibility”[zurück zum Text]
  20. BSR Mitglieder[zurück zum Text]
  21. “Starbucks verstärkt Kooperation mit Fairtrade”[zurück zum Text]

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv’ reagiert. ‚Positiv’ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ’ darauf reagiert. ‚Negativ’ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

2 Antworten auf Starbucks

  1. Kerstin sagt:

    Habe gestern unter voxnow.de eine Reportage über Kaffee bzw. u.a. die Kaffeelieferanten von Starbucks gesehen…hier wurde deutlich, dass ein nicht geringer Teil der Plantagenarbeiter Kinder sind!

    • Melanie sagt:

      Weißt du noch, wie die Reportage gneau hieß? Würde sie mir gerne anschauen, konnte sie aber leider nicht finden…

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