Samsung

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Coltan - Kobalt - Kupfer - Elektronische Geräte -
Branchenzuordnung: Elektronik -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Samsung produziert vor allem in China, Korea und Südostasien. Weitere Produktionsstandorte sind Südwestasien, Europa und Amerika.1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Samsung  ist Mitglied der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) und unterliegt seit 2007 deren Code of Conduct.2) Der Verhaltenskodex umfasst das Verbot von Kinderarbeit in einem Alter unter mindestens 14 Jahren und richtet sich immer nach der höchsten Altersregelung.
  • Der EICC-Verhaltenskodex verpflichtet jedoch nur direkte Zulieferbetriebe sowie das unterzeichnende Unternehmen.2)
  • Der EICC-Code of Conduct beinhaltet auch das Verbot, dass Schutzbedürftige sowie Personen aus dem Menschenhandel beschäftigt werden.2)
  • Samsung hat darüber hinaus 2006 einen eigenen Global Code of Conduct formuliert3) , der ausdrücklich erklärt, dass Kinder nicht beschäftigt werden.
  • Das Unternehmen erklärt in seiner „Supplier Corporate Social Responsibility“4) , dass keine Rohstoffe aus umstrittenen Krisengebieten (z.B. Kongo) verwendet werden.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Die Einhaltung des EICC-Verhaltenskodex wird nicht durch unabhängige Organisationen überprüft. Die EICC verpflichtet die Unternehmen lediglich zu Selbstkontrollen und der Errichtung dafür notwendiger Institutionen.2)
  • Nach Maßgabe der EICC kann nicht die gesamte Produktionskette kontrolliert werden. Lediglich direkte Lieferanten werden vom Code of Conduct erfasst.
  • Samsung entwickelte für die Zulieferer Richtlinien und standardisierte Fragebögen zur Selbstkontrolle. Im Rahmen der CSR-Leitlinien hat Samsung seinen „Stakeholdern“ die Möglichkeit eingeräumt Eingaben und Anfragen an das Unternehmen zu richten. Die vorgegebenen Richtlinien basieren auf dem Code of Conduct.
  • Samsung etablierte ein Programm, um Mitarbeiter in der Umsetzung des Code of Conduct auszubilden. Des Weiteren bietet Samsung Schulungen für Lieferanten in Korea, China und Südostasien an.5)1)
  • Die NGO China Labor Watch (CLW) hat im Zuge einer versteckten Untersuchung im Zeitraum zwischen Juni und Juli 2012 festgestellt, dass das für Samsung zuständige Auditierungsunternehmen Intertek nicht vertrauenswürdig ist. Kontrolleure des Unternehmens wurden bestochen und Mängel deshalb bewusst übersehen. Des Weiteren wurden diverse Kontrollen angekündigt, sodass rechtswidrige Zustände versteckt werden konnten.6)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Bei einer versteckten Untersuchung im Zeitraum zwischen Juni und Juli 2012 deckte die NGO China Labor Watch (CLW) rechtswidrige Arbeitsumstände bei dem Samsung-Zulieferer HEG auf. Es wurden u.a. sieben Kinder entdeckt, die unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten mussten. CLW geht allerdings nach Mitarbeiterbefragungen von ca. 100 Kinderarbeitern in der Fabrik aus.7)6)
  • Im Juni 2014 sendete die Organisation China Labour Watch einen Ermittler in die chinesische Fabrik Shinyang Electronics, die für Samsung produziert. Er sollte dort undercover feststellen, ob internationale Arbeitsstandards und Menschenrechte verletzt werden – und er wurde schnell fündig. Bereits in den ersten drei Tagen entdeckte der Ermittler in der Elektronikfabrik fünf Kinder unter 16 Jahren, die dort unter rechtswidrigen Umständen arbeiteten. In den Folgetagen fand er Beweise für weitere Kinderarbeiter vor Ort. Auch weitere internationale Arbeitsstandards wurden in der Fabrik des Elektronikriesen massiv verletzt: So zahlte der Zulieferer lediglich Niedriglöhne, verlangte exzessive Arbeitszeiten und missachtete die einfachsten Sicherheitsregelungen.8)
  • Hinsichtlich der Beschaffung von Coltanerzen bzw. Tantal werden Zweifel an der Unternehmenspolitik von Samsung geäußert. Die Metalle, die vor allem auch aus der Republik Kongo gewonnen werden, stehen dort in engem Zusammenhang mit Kinderarbeit und Korruption innerhalb militanter Gruppierungen.9)10)
  • Samsung erklärt jedoch deutlich, dass das Unternehmen keine Metalle direkt aus Krisengebieten und illegalen Abbau bezieht.11) Der Konzern verpflichtet seine direkten Lieferanten vom Ankauf solcher Metalle abzusehen und führt eigene Kontrollen zur Umsetzung der Vorgaben durch.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Samsung weist die Vorwürfe bisher zurück und gibt an, dass zum Zeitpunkt eigener Audits keine rechtswidrigen Arbeitsbedingungen vorgefunden wurden.12)13)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Hierzu liegen uns keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Das Unternehmen engagiert sich nach eigenen Angaben auf mehreren Gebieten. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt des sozialen Engagements in der Zukunftsförderung von Jugendlichen. Kinder aus Familien mit geringem Einkommen werden in den Bereichen wissenschaftliche Bildung und kreatives Denken gefördert.14)15)
  • 1995 schuf Samsung die Social Contribution Group, um ihre Mitarbeiter zu einem Engagement in kommunalen Diensten zu ermutigen. Außerdem ist Samsung Sponsor der Korea Youth Science Olympiad, einem Wissenschaftswettbewerb des Landes für Schüler der Grund-, Mittel- und Oberstufe und der National Students Creativity Olympiad, mit dem Ziel, den Ideenreichtum unter Schülern von Grund- bis Oberstufe zu fördern.16)
  • Seit 2001 arbeitet Samsung außerdem mit der Green Family Movement Association zusammen, um eine „Grüne Schule“ zu unterhalten, in der bei Kindern das Umweltbewusstsein gestärkt wird.17)

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Links und Quellen

  1. Samsung – Sustainability Report 2011 [] []
  2. EICC – Code of Conduct [] [] [] []
  3. Samsung – Global Code of Conduct []
  4. Samsung – Supplier CSR []
  5. E-mail Antwort von Samsung vom 27.05.2009 []
  6. CLW-Investigative Report on HEG Electronics [] []
  7. Unser Bericht darüber. []
  8. China Labor Watch: Another Samsung supplier factory exploiting child labor; aufgerufen am 15.10. 2014 []
  9. Vgl. Werner, Klaus / Weiss, Hans, Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne, 2005, Wien, 356/357. []
  10. Videoreportage – Blutige Handys – Die unmenschliche Coltangewinnung []
  11. Samsung Europe – Coltan Policy []
  12. The Register –Samsung fingered in child labour allegations at China plant []
  13. Bloomberg – Samsung China Assembler Employs Child Workers, Gruop Says []
  14. Samsung – Hope for Youth []
  15. Samsung Hope for Children []
  16. Samsung – Social Contribution []
  17. Samsung – Green Community Programs []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

Ein Kommentar zu Samsung

  1. Pingback: Tag gegen Kinderarbeit – kauft heute nicht bei Samsung | stohl.de

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