SALEWA

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Textilien -
Branchenzuordnung: Sportartikel und -bekleidung -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Laut eigenen Angaben kommen Produkte mit einem hohen Textilanteil aus Asien, Bekleidung wird vor allem in China hergestellt. Schuhe hingegen hauptsächlich in Vietnam. Technische Hartware sowie hochtechnische Bekleidungsstücke  von SALEWA werden auch in Europa, ein großer Teil davon in Italien gefertigt. Insgesamt beläuft sich dieser Wert auf ca. 8-10% des Produktionsvolumens.1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Als Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit der Oberalp/SALEWA Group sind alle Lieferanten verpflichtet, den Code of Conduct des Unternehmens zu unterzeichnen.2) Dort wird explizit auf das Verbot von Kinderarbeit eingegangen. Der Code of Conduct deckt sich mit den Bestimmungen der „Core Conventions of the International Labour Organisation” (ILO) und den Anforderungen der Fair Wear Foundation (FWF).
  • „Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Salewa erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Kodex beinhaltet aber keine Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit), erlaubt jedoch in Ausnahmefällen eine höhere Stundenzahl pro Woche. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau.“3)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Für die Kontrolle die SALEWA-Zulieferer wurde ein eigener Prozess entwickelt, um sogenannte „CSR supplier audits“ durchzuführen. Dabei wird anhand eines Fragekatalogs die Einhaltung des Verhaltenskodex sowie die Arbeitsbedingungen und Sozialstandards vor Ort überprüft. Zudem ist SALEWA Mitglied der Fair Wear Foundation und nutzt deren Wissen, um die Produktionsstätten zu prüfen.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • In direktem Bezug auf dieses Unternehmen bzw. diese Marke sind uns keine Vorwürfe zu Kinderarbeit bekannt.
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Laut eigenen Angaben unterstützt SALEWA weltweit verschiedene Initiativen, um anderen Menschen den Alltag zu erleichtern oder sie bei konkreten Vorhaben zu unterstützen.4).Eines dieser Projekte („Sherpa Women“) basiert auf der lokalen Zusammenarbeit mit der NGO „Empowering Women of Nepal“. Ziel des Projektes ist es, Frauen in West-Nepal  zu unterstützen, indem man ihnen eine gezielte Ausbildung im Tourismus- und Trekkingbereich ermöglicht. Außerdem arbeitet SALEWA seit 8 Jahren mit der Caritas Bolivien zusammen, die sich um die allgemeinen Lebensbedingungen von Bergbewohnern in isolierten Dörfern kümmert.In Deutschland pflegt SALEWA eine Partnerschaft mit SOS-Kinderdörfern weltweit. Dabei wird vor allem das SOS-Feriendorf in Caldonazzo unterstützt, das den Bewohnern der SOS-Kinderdörfer einen Ferienaufenthalt in den Bergen ermöglicht.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?


25.10.2013

Links und Quellen

  1. Angaben von SALEWA gegenüber earthlink e.V. []
  2. Code of Conduct SALEWA []
  3. Clean Clothes: SALEWA []
  4. OberalpGroup: Corporate Social Responsibility []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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