Promod

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Seide - Schuhe - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Im “Code of Ethics” verpflichtet sich das Unternehmen sich an die Anforderungen der ILO-Konventionen zu halten, welche u.a. Kinderarbeit verbieten. Auch alle Lieferanten und Zulieferer von Promod müssen diesen Code unterzeichnen und einhalten. 2)
  • Der “Code of Ethics” des Unternehmens untersagt Kinderarbeit in einem Alter unter 15 Jahren. Entsprechend nationalen Richtlinien können Minderjährige auch mit 14 Jahren, nicht jedoch unterhalb des gesetzlichen Schulalters, beschäftigt werden. 3)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Nach eigenen Angaben des Unternehmens, gewährleisten unabhängige Unternehmen durch häufige und unangekündigte Kontrollen die Einhaltung des “Code of Ethics”. Es wird jedoch nicht gesagt, wie regelmäßig diese Kontrollen durchgeführt werden und ob auch wirklich die gesamte Produktionskette überprüft wird. 2)
  • Als unabhängiges Auditierungsunternehmen gibt Promod die Firma Intertek an. Intertek wurde im Zuge versteckter Ermittlungen beim Elektrokonzern HEG-Electronics als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Kontrolleure des Auditierungsunternehmens wurden bestochen und haben Berichte gezielt manipuliert. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Kontrollen oftmals angekündigt werden und sich eine zuverlässige Kontrolle damit nicht durchführen lässt. 4)
  • Promod führt nach eigenen Angaben auch eigene Audits durch. 3)
  • Subunternehmen, mit denen die Geschäftsbeziehungen neu aufgenommen werden, werden vorher kontrolliert und auf Einhaltung des “Code of Ethics” überprüft.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Promod erklärt, dass in einer Produktionsstätte in Marokko während Kontrollen Kinderarbeit festgestellt wurde. Mehrere Kinder haben erwachsene Mitarbeiter bei Näharbeiten unterstützt.
  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Promod hat im Produktionswerk in Marokko Korrekturmaßnahmen durchgesetzt. Die betroffenen Kinder wurden aus den Beschäftigungsverhältnissen gelöst und in schulischer und beruflicher Bildung, gestützt durch Promod, aufgenommen. Die Minderjährigen nehmen somit an einer Dualausbildung teil.
  • Das Unternehmen lehnt eine Beendigung der Geschäftsbeziehungen mit auffallenden Unternehmen ab, da es einen größeren Einfluss auf die Kinderarbeitsproblematik über kontinuierliche Verbesserungen und Korrekturmaßnahmen ausüben will. 3)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Laut des “Ethik-Test Bekleidungsindustrie” von 09/2007 reicht ein Code of Conduct jedoch oft nicht aus, um faire Arbeitsverhältnisse zu gewährleisten. So hätte auch Promod bis zu diesem Zeitpunkt keinen Code of Conduct gehabt, der diesen Namen verdient hätte. 5)

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14.4.09 15/34

Links und Quellen

  1. Clean Clothes Kampagne: Promod [zurück zum Text]
  2. Promod: Code_of_ethics [zurück zum Text][zurück zum Text]
  3. Antwortschreiben des Unternehmens vom 14.08.2012[zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text]
  4. Investigative Report on HEG Electronics – Link zum Artikel nicht mehr abrufbar am 28.02.2014[zurück zum Text]
  5. Ethik-Test Bekleidungsindustrie 09/2007 von konsument.at [zurück zum Text]

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv’ reagiert. ‚Positiv’ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ’ darauf reagiert. ‚Negativ’ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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