OTTO Group

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut -

Zur OTTO Group gehören 123 Konzerngesellschaften, wie der OTTO-Versand, der Heine-Versand, Baur, Schwab, SportScheck, QUELLE, Witt-Weiden, shopping24, Manufactum, bonprix, Lascana u.v.a.

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Hinweis in Verhaltenskodex, dass Kinderarbeit nach den Regelungen der Vereinten Nationen und den ILO-Kernarbeitsnormen (u.a. ILO 138 und ILO 182) untersagt ist. Verstöße gegen den Verhaltenskodex können zur Einstellung der Geschäftsbeziehungen führen. Zuvor wird versucht, das Problem zu beheben.1)
  • Die Otto-Group ist Mitglied der BSCI2) und des UN Global Compact.3)
  • In einer 2011 verabschiedeten Policy der Otto Group werden alle Lieferanten und deren Zulieferer dazu angehalten, eine Verarbeitung von Baumwolle aus usbekischem Anbau zu unterlassen. Usbekische Baumwolle ist dafür bekannt mithilfe von Kinderarbeit produziert zu werden.1)
  • Otto ist Mitglied der 2011 gegründeten Sustainable Apparel Coalition. Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Produkt-Fußabdrucks, der als internationaler Maßstab zur Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Produkten die Transparenz in der Wertschöpfungskette verbessern soll.1)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Seit 1999 ist Otto Mitglied der SAI (Social Accountability International), einer unabhängigen Überprüfungseinrichtung.4)
  • Durch Projekte sollten alle Zulieferer des Wäscheeinkaufs in „kritischen Ländern“ auf das Niveau der SA8000 Sozialstandards der SAI gebracht werden5)
  • Otto ist seit 2000 aktiv an der Entwicklung eines Branchenmodells im Rahmen der AVE (Außenhandelsvereinigung des deutschen Einzelhandels) beteiligt und führt seit 2003 nur noch Audits nach diesem Modell aus, d.h. die Audits werden durch unabhängige, SAI akkreditierte Auditoren durchgeführt. Gleichzeitig unterstützen Otto seine Aktivitäten durch ein umfassendes Qualifizierungsprogramm für seine Lieferanten, die die Implementierung der Standards von Otto durch Aufzeigen nach Möglichkeit pragmatischer Lösungen erleichtern soll.6)
  • Entwicklung des Pilotprojekt der Global Reporting Initiative „Transparency in the Supply Chain“, welches Lieferanten dabei unterstützen soll, einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht nach den GRI Richtlinien zu erstellen, um für mehr Transparenz zu sorgen. Das Projekt wurde im Herbst 2008 erfolgreich abgeschlossen.
  • Seit 2007 unterstützen sogenannte Social Officiers die Einhaltung des Code of Conduct in den Risikoländern. Diese führen zur Auswahl der Liferanten Pre-Scans durch, in denen sie potezielle Geschäftspartner über die sozialen Anforderungen informieren und die Fabriken einer Vorprüfung unterziehen. Seit 2010 werden bei allen Lieferanten mindestens drei Produktionsstätten auf die Einhaltung des Code of Conduct geprüft.1)
  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Laut einer Studie von 2000 über indonesische
    Zulieferbetriebe in denen Otto-Versand (und andere deutsche
    Großunternehmen) ihre Kleidung herstellen lassen ist die Clean Clothes
    Kampagne auf verschiedene Missstände gestoßen. Under anderem mussten Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren dieselbe Arbeitszeit
    ableisten wie Erwachsene. Die Wochenarbeitszeit betrug bis zu 80 Stunden, obwohl in Indonesien für jugendliche unter 18 Jahren gesetzlich nur eine
    Höchstarbeitszeit von 4 Stunden am Tag  erlaubt ist. 7)8)
  • 2007 wurden erneut Fälle von Kinderarbeit für die OTTO Group bekannt. Wie Recherchen des Magazins Stern ergaben war eine Bluse aus dem Winterkatalog der Tochterfirma Heine von Kindern unter erbärmlichen Bedingungen in einer indischen Kellerwerkstatt mit Pailetten bestickt worden. Die Kinder waren von ihren Eltern als Sklaven verkauft worden. Sie arbeiteten bis zu 14 Stunden am Tag und manche erhielten keinen Lohn.9)10)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Zum Vorfall 2000: Laut Otto wurde die beschuldigte Firma aus der Liste der Zulieferer gestrichen. Über Entschädigungen der betroffenen Kinder und Jugendlichen liegen uns keine Informationen vor, weshalb eine abschließende Bewertung an dieser Stelle nicht erfolgen kann.
  • Zum Vorfall 2007: Der Versandhändler, der als Beispiel für die Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards galt, hat die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten sofort beendet. Der Lieferant war allerdings seit Jahren zertifiziert. //„Ich bin bestürzt, dass bei allen unseren Anstrengungen und scharfen Kontrollen dieser Einzelfall möglich war“//, gibt Unternehmenschef Michael Otto zu.9)10) Die betroffenen Kinder wurden ausfindig gemacht und ihnen wird eine schulische und berufliche Ausbildung finanziert.11)
  • Aufgrund der positiven Reaktion auf den Vorfall 2007, der unklaren Situation in Jahr 2000, sowie der positiven Entwicklung zwischen den beiden Vorfällen wird das das Unternehmen an dieser Stelle vorerst mit „gelb“ bewertet.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Laut eigenen Angeben diverse Auszeichnungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.12)
  • Unterstützer der Asia Floor Wage Campaign (AFWC). Das Ziel der Organisatoren ist die Einführunng eines – gemessen an der länderspezifischen Kaufkraft – einheitlichen Mindestlohns in der asiatischen Textilbranche.13)

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Quellen und Links

  • http://www.innovativ-in.de/c.1611.htm
  1. OTTO Group – Corporate Responsibility Report 2011 [] [] [] [] []
  2. Otto Group: Soziale Verantwortung in der Lieferkette []
  3. Website des UN Global Compact []
  4. Website der SAI – Mitglieder []
  5. Website der OTTO Group [] []
  6. Mitteilung einer Mitarbeiterin (27.2.2006) []
  7. SÜDWIND-
    Institut (Hrsg.): Das Kreuz mit dem Faden. Indonesierinnen nähen für
    deutsche Modemultis. Eigenverlag, Siegburg 2000, S.49-70 []
  8. Werner, Klaus/ Weiss, Hans: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne, Deuticke Verlag, Wien-Frankfurt/M. 2003, S. 349 []
  9. Artikel im Stern [] []
  10. Artikel im Hamburger Abendblatt [] []
  11. Stellungnahme der OTTO Group zu den Vorwürfen von 2007, gesendet an EarthLink in einer E-Mail vom Heine-Versand vom 16.04.2012 []
  12. Website der OTTO Group []
  13. Corporate Responsibility Report 2011 der Otto Group []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

6 Kommentare zu OTTO Group

  1. Cilly Dresp sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren, bitte teilen Sie mir mit wo „Heine“ seine Kleider und Blusen, Hosen etc. produzieren lässt und wie die Kontrollmaßnahmen aussehen. Ich habe bei den angegebenen Preisen so meine Bedenken.
    Vielen Dank und frdl. Gruß C. Dresp

  2. Pingback: Vegane Jacken für den Winter (Schnee, wo bleibst du mh?!) | Blanc et Noir – Vegan Beauty Blog

  3. Sabine Sonner sagt:

    Mein kürzlich bestelltes Kleid Grösse 42, die Gr. 38 entsprach…

    lässt die Vermutung zu, dass besagte Kleider in Billiglohnländern (Bangladesh?)
    hergestellt werden von Kindern, die weder lesen noch schreiben können, sonst würden sie die Bedeutung der Labels kennen.

    Wäre es nicht sinnvoll, wenn Otto eine Stiftung gründet, um die Kinder bildungsmässig zu fördern und so ihre Lebenssituation zu verbessern?!!

    Gruss
    Sabine Sonner

  4. Petra König sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren ,

    bitte teilen Sie mir mit , ob Sie auch in Pakistan produzieren.

    vielen Dank Petra König

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