Nike

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Fußbälle - Schuhe - Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Weltweit; Nike hat eine genaue Liste seiner Zulieferer im Internet veröffentlicht.

 

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • In seinem Code of Conduct verbietet Nike die Beschäftigung von unter 16 Jährigen und von Personen, die nach landeseigenen Gesetzen noch der Schulpflicht unterliegen oder nocht nicht arbeiten dürfen. Gefährliche Arbeiten sind für unter 18 Jährige verboten.1) Sollten Fälle von Kinderarbeit aufgedeckt werden, sieht der Unternehmens-Standard2) unter anderem eine finanzielle Unterstützung der Betroffenen vor, um diesen eine Schulbildung zu ermöglichen.

 

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Ja, auch unangekündigt; Seit 1997 Kontrollen durch firmeninterne Kontrolleure, parallel ab 2003 durch die unabhängige Fair Labor Association (FLA).

 

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Sowohl eine Studie der FLA als auch die Berichte unabhängiger NGOs haben Fälle von Kinderarbeit aufgedeckt.3) Die betroffenen Fabriken produzieren jedoch nicht für Nike direkt, sondern für einen lokalen Subunternehmer.4) Nike wies daher die Verantwortlichkeit von sich – was im Widerspruch zu ihrer Selbstverpflichtung in ihrem Code of Conduct steht.
  • Laut der Studie der FLA waren in 40 Betrieben 2% der Arbeiter Kinder. CorpWatch beschuldigt Nike und Reebok der Scheinheiligkeit ihrer Codes of Conducts und sozialen Projekte, da diese nur dazu dienen, die Weste rein zu waschen. 1996 meldete eine amerikanische Gewerkschaft, dass 11 Jährige in Indonesien Schuhe nähten (f).
  • Nach eigenen Kontrollen von Nike betragen Fälle von Kinderarbeit 1% der Gesamtzahl an festgestellten Vorfällen in der Lieferkette (2011).5)

 

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Auf Hinweis der Firma Nike überprüfen wir zur Zeit die Antwort auf diese Frage.
  • Bei den Problemfällen bezüglich Kinderarbeit sei das Alter nicht richtig angegeben worden6) . Auf die Appelle, wie z.B. von Clean Clothes, kamen laufend Versprechungen und Ankündigungen, die Arbeitsbedingungen radikal zu verändern. Diese brachten jedoch kaum Verbesserungen mit sich. Zu einem Bericht von Monitor (nicht mehr abrufbar -5.11.13) wollte sich Nike nicht äußern.

 

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Im Jahresbericht der FLA von 2012 wurden bei einem indonesischen Zulieferer von Nike (PT. Glostar Indonesia) gravierende Misshandlungen und Diskriminierungen der ArbeiterInnen festgestellt.7)

 

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Ist uns nicht bekannt.

27.03.2008 10/55

  1. Nike Code of Conduct []
  2. Nike Code Leadership Standards []
  3. Oneworld []
  4. TED Case Studies []
  5. Nike Responsibilty []
  6. Oneworld – []
  7. Report der FLA zu PT. Glostar []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

5 Kommentare zu Nike

  1. Marco Kuhn sagt:

    Ich würde gerne etwas über die Produktion von Nike Fussballschuhen wissen, im Bezug auf den fairen Handel bzw. das faire handeln.
    Da ich in der Schule eine Seminararbeit darüber schreiben muss.
    Es würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Kenntnisse darüber mitteilen könnten.

    MfG
    Marco Kuhn

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo Marco,
      die detaillierten Firmeninformationen zu Nike beziehen sich auf sämtliche Produkte des Unternehmens. Hieran kannst du dich orientieren.
      Wichtig sind besonders die Angaben zu Kontrollen und Vorwürfen.
      Beste Grüße, Dein earthlink-Team

  2. Eduard Gotwig sagt:

    Wenn die Angaben wirklich stimmen, freue ich mich weiterhin bei Nike meine Nike Air Max zu kaufen :X

    Allerdings sollte Nike auch Aktionen gegen Kinderarbeit fördern und nicht nur sagen dass sie sie *theoretisch* nicht fördern.

    Kontrollen sind, wie ich sehen kann, auch ausbaufähig.

    Schön dass es für die Info’s hier auch konkrete Referenzen gibt.

    FLOSS FTW.

    • KritischGelesen sagt:

      Eduard Gotwig, ich hab den Artikel anders gelesen. Wer sagt hier was? Nike sagt, dass alles in Butter ist, na klar. Als Reaktion auf die Diskussion über Nike und Kinderarbeit in den Medien bzw Kritik verschiedener NGOs hat Nike einen Code of Conduct ersonnen, aber verschiedene Organisationen, die hier nicht erschöpfend aufgezählt wurden, verweisen auf die „Scheinheiligkeit ihrer Codes of Conducts und sozialen Projekte, da diese nur dazu dienen, die Weste rein zu waschen“. Weiter heißt es, kamen als Reaktion „laufend Versprechungen und Ankündigungen, die Arbeitsbedingungen radikal zu verändern. Diese brachten jedoch kaum Verbesserungen mit sich.“ Zu einem Bericht auf Monitor wollten sie sich nicht äußern. Irgendwelchen Engagement gegen Kinderarbeit ist nicht bekannt, und das wäre es, ein Großkonzern wie Nike könnte und würde das umfangreich promoten. Welchen Artikel hast du gelesen? Ich kann niemandem die Entscheidung absprechen, AirMax zu kaufen. Aber schönreden muss man sich das nicht.

  3. Pingback: NIKE SKANDAL: Sportartikel-Hersteller Nike bezahlt 1 Mio. Dollar für unbezahlte Überstunden in Indonesien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.