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Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -
Das Unternehmen hat auf unsere Nachfrage an am 31.07.2012 noch nicht geantwortet.

 

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.
  • Next gibt in seinem Corporate Responsibility Report 1) an, dass man weltweit aus bis zu 46 Produktionsstandorten Waren bezieht.

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Next folgt einem eigenen Code of Practise. 2) Der Verhaltenskodex untersagt Kinderarbeit unter 15 Jahren und orientiert sich darüber hinaus an der ggf. nationalen und strengeren Gesetzgebung. Kinder ab 14 Jahren dürfen, soweit es nationale Regelungen zulassen, gemäß ILO-Konvention 138 nicht an gefährlichen Arbeiten beteiligt werden.
  • Der Code of Practise beinhaltet auch Regelungen zu Arbeitszeiten, Zwangsarbeit und weiteren arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten.
  • Der Code of Practise verpflichtet ausdrücklich auch Subunternehmen und Lieferanten zur Einhaltung der Verhaltensrichtlinien.
  • Next ist Mitglied der Ethical Trading Initiative (ETI) und unterliegt somit deren Verhaltenskodex. 3)
  • Gemäß dem Corporate Responsibility Report des Unternehmens hält sich der eigene Verhaltenskodex an den Ethical Trading Initiative Base Code 4) , der Kinderarbeit verbietet und die Unternehmen auffordert, Instrumente zur erfolgreichen Durchsetzung dieses Verbots zu etablieren.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Next bedient sich eines firmeneigenen und damit abhängigen Auditierungssystems. Im Zuge der Audits werden die Lieferanten und Subunternehmen benotet. Lieferanten mit schlechten Bewertungen müssen geeignete Maßnahmen ergreifen um Mängel abzustellen. 1)
  • Fabriken mit der schlechtesten Bewertung (Note 6) werden bei erfolgsloser Durchsetzung von Korrekturmaßnahmen aus der Produktionskette entfernt. Die Geschäftsbeziehungen zu solchen Unternehmen werden eingestellt. Bei Neuaufnahme von Fabriken mit schlechtester Benotung wird der Warenaustausch erst nach erfolgreichen Korrekturmaßnahmen aufgenommen. 1)
  • 25 Fabriken wurden nach Audits aus der Produktionskette entfernt. 1)
  • Next formuliert eine “Whistleblowing Policy for Suppliers, their Employees and Contractors” 5) , die es Subunternehmen und deren Mitarbeitern ermöglicht arbeitsrechtliche Eingaben und Beschwerden direkt an das Unternehmen zu richten.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Die im April 2012 veröffentlichte Studie “Maid in India” der SOCOM (Centre for Research on Multinational Corporations) und der ICN (India Committee of the Netherlands) nennt Next als Abnehmer der indischen Textilfabriken KPR Mill, Eastman Exports und SSM India. Diese Fabriken wenden das Sumangali-Schema an, d.h. Arbeiterinnen werden über einen mehrjährigen Zeitraum an eine Fabrik gebunden und erst nach Ablauf des Vertrages bekommen sie ihr angespartes Geld ausbezahlt. Beim Zulieferer KPR Mill wurden Arbeiterinnen entdeckt, die jünger als 14 Jahre alt waren. Ihr Anteil an der kompletten Belegschaft soll 10 % ausmachen, 65% der Arbeiter werden auf unter 18 geschätzt. Viele Arbeiterinnen werden nach dem Sumangali-Schema bezahlt. Es sind Fälle bekannt, in denen jungen Frauen ihr Geld nicht ausgezahlt wurde, obwohl sie ihren Vertrag erfüllt hatten. Bei Eastman Exports sollte 2010 das Sumangali Schema offiziell auslaufen, trotzdem wurden bei den Untersuchungen zur Studie noch Arbeiterinnen angetroffen, die nach dem Prinzip eingestellt sind. Die exzessiven und erzwungenen Überstunden geben den Forschern den größten Anlass zur Sorge. Bei der Untersuchung wurden Arbeiterinnen angetroffen, die 14 Jahre alt waren und das trotz der Richtlinie, die Eastman sich auferlegt hatte, nur noch Arbeiter über 18 Jahren einzustellen. Auch bei SSM India trafen die Forscher auf Arbeiterinnen unter 14 Jahren, ein 13-jähriges Mädchen gab an, bereits seit einem Jahr in der Fabrik zu arbeiten. Sieben-Tage-Wochen und Überstunden sind gängige Praxis. Außerdem werden Misshandlungen durch Aufseher genannt 6) .
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Next gehört der Ethical Trading Initiative (ETI) an. Diese organisierte ein gut besuchtes Treffen ihrer Mitglieder (internationale Marken,  NGOs und Gewerkschaften) im März 2011 in Tirupur. In Zukunft möchte man mit einem Drei-Punkte-Programm die Arbeitsbedingungen in den Textilzulieferbetrieben verbesseren. Noch fehlt die Zustimmung der ETI-Mitglieder 7) . Konkrete Reaktionen auf die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Zulieferfabriken KPR Mill, Eastman Exports und SSM India sind uns zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht bekannt.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Hierzu liegen uns keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Next etablierte die Kampagne “sustainable games” für die Olympischen Spiele in London 2012. Hierbei werden ausgewählte Sportmannschaften mit nachhaltiger Bekleidung ausgerüstet. 1)
  • NEXT unterstützt die “ScrabstoresUK” beim Wiederverwerten von alten Textilien. 8)
  • Next leistet Kleiderspenden an die Hilfsorganisation Oxfam. 9)
  • Next leistet finanzielle Spenden und Hilfen an Gemeinden, in denen das Unternehmen vertreten ist. 1)

Links und Quellen

  1. next – Corporate Responsibility  Report 2012[zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text]
  2. next – Code of Practise[zurück zum Text]
  3. next – Mitgliedschaft in der ETI[zurück zum Text]
  4. ETI – Base Code[zurück zum Text]
  5. next – Whistleblowing Policy[zurück zum Text]
  6. SOMO – Centre for Research on Multinational Corporations/ICN – India Committee of the Netherlands: Maid in India (April 2012, Englisch) [zurück zum Text]
  7. SOMO – Centre for Research on Multinational Corporations/ICN – India Committee of the Netherlands: Bonded (child) labour in the Indian garment industry[zurück zum Text]
  8. s. Homepage ScrapstoresUK[zurück zum Text]
  9. Homepage Oxfam[zurück zum Text]

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv’ reagiert. ‚Positiv’ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ’ darauf reagiert. ‚Negativ’ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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