McDonald’s

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Spielzeug -
Branchenzuordnung: Lebensmittel -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • die Mehrheit der 80 Mio. Spielzeuge, welche jährlich für McDonald’s produziert werden, stammt aus China1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

In McDonald’s Restaurants:

  • laut den „Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter“ dürfen keine Kinder und Jugendliche unterhalb des gesetzlich festgelegten Mindestalter in McDonald’s Restaurants angestellt werden2)

Bei McDonald’s Lieferanten:

  • der Verhaltenskodex für McDonald’s Lieferanten verbietet die Anstellung von Kindern unterhalb des im gegebenen Land gesetzlich festgelegten Alters3)
  • falls das Mindestalter nicht in der nationalen Gesetzgebung definiert ist, sollten keine Kinder unter 15 Jahren angestellt werden; wenn die nationale Gesetzgebung das Mindestalter auf 14 Jahre festlegt, so dürfen Kinder ab diesem Alter bei McDonald’s arbeiten; Kinder zwischen 14 und 16 dürfen nur außerhalb der Unterrichtszeit arbeiten4)
  • Allgemein4) :
  • die Arbeitszeiten sollten an die nationale Standards angepasst werden
  • die Bezahlung muss den nationalen Normen entsprechen
  • im Fall der Nichteinhaltung von Prinzipien des Verhaltenskodexes behauptet McDonald’s die geschäftliche Beziehungen mit dem Lieferanten abzubrechen oder nicht einzugehen
  • Zwangsarbeit in der Lieferkette ist verboten
  • ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld soll für die Arbeitnehmer gewährleistet werden

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • bei jedem Lieferanten sollte ein Angestellter für die Kontrolle der Arbeitsbedingungen in den ihm unterstellten Fabriken zuständig sein, die interne Kontrolle soll mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden4)
  • McDonald’s Mitarbeiter dürfen jederzeit unangekündigte Kontrollen in jeder Fabrik durchführen4)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • 2000 berichtete eine Menschenrechtsorganisation aus Hongkong (Hong Kong Christian Industrial Committee, HKCIC), dass in der Firma „City Toys“, welche Spielzeuge für Happy Meals herstellte, Kinder beschäftigt waren; HKCIC entdeckte über 160 Kinder zwischen 12 und 15 Jahren, welche sieben Tage die Woche, 15 Stunden am Tag arbeiten mussten5)
  • 2001 wurden zwei McDonald’s Restaurants in Großbritannien auf eine Geldstrafe von 12.400 £ verurteilt nachdem im Fall von zehn Schulkindern festgestellt wurde, dass sie ihre Anstellung der geltenden Gesetzgebung widersprach: während ein Kind am Sonntag 16 Stunden arbeitete, blieben andere Kinder unter der Woche bis 2 Uhr nachts in den Restaurants6)
  • 2010 wurden in einer Filiale in Baltimore Verletzungen des Kinderarbeitsrechts festgestellt7)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Bezüglich den Vorwürfen in China: McDonald’s erklärte, dass bei den in der Fabrik durchgeführten (und im Voraus angekündigten) Kontrollen keine Kinderarbeiter entdeckt wurden8). Die Firma sah dementsprechend keinen Grund zur Annahme, dass die Regel über das Verbot von Kinderarbeit missachtet worden sei9). Gleichzeitig teilte die Firma mit, dass der Auditor die zu niedrige Zahl an Kontrollen bemängelte10). Später kündigte McDonald’s die Zusammenarbeit mit der Firma „City Toys“, bemühte sich aber nicht um die Rehabilitation der Kinder. Die aus der Fabrik entlassenen Kinder wurden plötzlich, viele Kilometer von zu Hause, auf die Straße gesetzt11) .
  • England: ein McDonald’s Sprecher hat die Vorwürfe anerkannt und erklärte, dass keine Kinder mehr eingestellt werden dürfen, welche die Schule besuchen6)
  • Baltimore: McDonald’s musste 30 500 US-Dollar als Strafe für die Missachtung der Kinderarbeitsrechte und die ausstehende Löhne bezahlen7)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • 1997 trat in der „KeyHinge Toys“-Fabrik in Vietnam, welche „Happy-Meals“-Figuren herstellte, eine Massenvergiftung mit dem Lösungsmittel Aceton auf. 220 der 1.000 Beschäftigten waren davon betroffen. Die Fabrik weigerte sich, die Kosten für die Behandlung zu übernehmen. Der damalige Pressesprecher von McDonalds, Walter Riker, erklärte: „Diese Berichte sind total übertrieben. Es gab gar keine Vergiftungen“12) .
  • Als Antwort auf die Vorwürfe bzgl. der schlechten Arbeitsbedingungen in den Lieferbetrieben brachten McDonald’s und Disney, zusammen mit sieben anderen Non-Profit Organisationen und Investoren, das Kaleidoscope-Projekt auf den Weg. Ziel dieses mehrjährigen Projekts, welches von 2002 bis 2008 entwickelt wurde, ist es, bestimmte Arbeitsbedingungen dauerhaft in den Fabriken garantieren zu können. Dazu zählen z.B. der Ausschluss von Sklaven- und Kinderarbeit, die Gewährleistung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie rechtliche Aufklärungsarbeit. Das Pilotprojekt wurde in 10 chinesischen Fabriken durchgeführt13) .
  • im Rahmen der 1987 gegründeten „Kinderhilfe Stiftung“ bietet McDonald’s Unterkunft für Eltern von kranken Kindern, welche sich in Behandlung befinden14)
  • die Firma engagiert sich in der Sportförderung (vor allem im Bereich Fußball)
  • McDonald’s arbeitet an der Verbesserung von Prozessen, die zur nachhaltigen Produktion führen sollen
  • die Firma bemüht sich den häufig kritisierten verschwenderischen Umgang mit Ressourcen (z.B. Einwegbesteck und –becher, überflüssige Verpackung) zu verbessern, legt Wert auf die Wiederverwertung der entstehenden Abfälle, versucht Strom- und Wasserkonsum zu reduzieren und veranstaltet z.B. Sauberkeitskampagnen15) ,16)
  • die bei McDonald’s verkaufte Kaffeebohnen stammen aus Farmen, welche das Rainforest Alliance Zertifikat besitzen
  • McDonald’s wird wegen exzessiven Fleischverbrauchs mit negativen ökologischen und sozialen Folgen kritisiert

  1. www.news.at []
  2. Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter 2011 [] []
  3. Verhaltenskodex für Lieferanten, 2000, englisch []
  4. Verhaltenskodex für Lieferanten, 2000, englisch [] [] [] []
  5. www.berlineronline.de []
  6. www.guardian.co.uk [] []
  7. www.baltimoresun.com [] []
  8. www.independent.co.uk []
  9. www.berlinonline.de []
  10. www.just-food.com []
  11. www.china-labour.org []
  12. www.volksumfrage.de []
  13. Projekt Kaleidoscope []
  14. Homepage []
  15. Homepage []
  16. Homepage []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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