Mars Incorporated

Zu Mars Incorporated gehören die Marken / Firmen:
Amicelli - Balisto - Big Red (Wrigley) - Bounty - Cesar - Chappi - Doublemint (Wrigley) - Dreamies - Ebly - Flavia (Alterra Kaffee - Dove Hot Chocolate - The Bright Tea Co.) - Frolic - Hubba Bubba (Wrigley) - Juicy Fruit (Wrigley) - kitekat - Klix Getränkeautomaten - Loyal - m&ms - Maltesers - Milky Way - Mirácoli - Pedigree - Perfect Fit - Royal Canin - Sheba - Skittles (Wrigley) - Snickers - Trill - Twix - Uncle Ben's - Whiskas - Wrigley's Spearmint

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Fisch - Fleisch - Getreide - Gewürze - Kaffee - Kakao - Palmöl - Reis - Tee - Zucker - Salz -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Mars Incorporated spricht sich in einem Code of Conduct gegen jede Form von missbräuchlicher Kinderarbeit oder Menschenhandel aus. Die Erwartungen an die Zulieferer richten sich nach den ILO-Kriterien.7)
  • Das Unternehmen kooperiert mit den Zertifizierungsprogrammen und Organisationen „Utz Certified“, „Fairtrade International“, „RSPO“ (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) und „Rainforst Alliance“.8)
  • Mars Incorporated hat sich 2009 dazu verpflichtet, einige der Rohstoffe schrittweise zu 100 % aus nachhaltiger Produktion zu beziehen.9)
    • Kaffee ab 2013
    • Palmöl/ Tee ab 2015
    • Kakao/ Fisch ab 2020
  • Das bedeutet, dass den Bauern ein fairer Preis gezahlt und der Kakao umweltverträglich angebaut werden soll.10)
  • Das Unternehmen hat 2001 das Harkin-Engel Protokoll (Kakaoprotokoll) unterschrieben. 11)
  • Mars erachtet eigenen Angaben zufolge Verbesserungen der Lebensstandards, Schulbildung und Ertragsssteigerungungen der Bauern als notwendig für die Überwindung von Kinderarbeit und setzt in diesem Rahmen auf die Bereiche Kakaoforschung, Technologie- und Wissenstransfer. 12)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Mars Incorporated behält sich laut seinem Code of Conduct vor, angekündigte sowie unangekündigte Audits durch Drittpersonen durchzuführen. Es liegen keine aussagekräftigen Informationen vor, die beweisen, dass die Audits unabhängig und effektiv verlaufen.7)
  • Im Rahmen der Kooperationen mit Fairtrade, UTZ Certified, Rainforst Alliance und RSPO werden die jeweils von den einzelnen Zertifizierungsprogrammen vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt. Jedoch werden die einzelnen Rohstoffe erst schrittweise vollständig nachhaltig produziert.
  • Die Kooperationen mit Fairtrade etc. beziehen sich teilweise nur auf einzelne Rohstoffe: Z.B. zerfitiziert Fairtrade derzeit lediglich den Rohstoff Kakao.
  • Zu beachten ist: Auch wenn Mars bis 2040 zu 100 % nachhaltig produzieren will, beziehen sich die Verträge mit den Kooperationspartnern teilweise nur auf eine gewisse Menge der bezogenen Rohstoffe. Beispiel: Die Kooperation mit Fairtrade betrifft nur einen Teil des von Mars bezogenen Kakaorohstoffs. Auch bis 2020 wird Fairtrade voraussichtlich NICHT 100 % des von Mars bezogenen Kakaos zertifizieren.13)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • „Kinderarbeit auch auf zertifizierten Plantagen“: Auf einer „Farmer-Feldschule“ in der Elfenbeinküste, die zu einer Vielzahl an Projekten mit dem Namen „Impact“ gehört, trifft der Journalist Ange Aboa, Ko-Autor der Dokumentation „Schmutzige Schokolade II“ (2012), auf mehrere Kinder. Sie arbeiten dort, jeder mit einer Machete in der Hand. Zwei Kinder kommen aus dem weit entfernten Burkina Faso, sie verstehen die lokale Sprache nicht – vermutlich Opfer des Menschenhandels. Einer erzählt, er würde die Schule nicht besuchen und stattdessen Kakao ernten.
    Die Farmerfeldschule ist ein Projekt von Cargill und UTZ und gehört zu einer Reihe von Projekten namens „Impact“, die hauptsächlich von Mars sowie der Internationalen Kakao-Initiative (ICI) und unter anderem auch Rainforst Alliance  und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit finanziert werden. Auch Gelder der BRD flossen in das Projekt. Das Team um Ange Aboa fand während der Dreharbeiten kein Projekt, das die Versprechen der Schokoladen-Industrie erfüllt.14)15) Solche Erfahrungen und Bilder machen die Projekte und das Engagement von Mars und die Kontrollen des Kooperationspartners Rainforst Alliance und UTZ Certified sehr unglaubwürdig. Die Unternehmenspolitik gleicht vor diesem Hintergrund Verbrauchertäuschung.
  • In der Dokumenation „Schmutzige Schokolade“ (2010) zeigt der Filmemacher Miki Mistrati Kakaoplantagen in der Elfenebinküste, auf denen überall Kinder arbeiten. Auch Mars wird in diesem Zusammenhang genannt.16)

Reaktionen

Wie hat das Unternehmen auf die Vorwürfe reagiert?

  • Nach zahlreichen Vorwürfen bzgl. Kinderarbeit auf Kakaofarmen (siehe z.B. das Schwarzbuch Markenfirmen von Klaus Werner Lobo ) hat Mars reagiert: Das Unternehmen kooperiert inzwischen mit verschiedenen Zertifizierungsprogrammen.
  • Zu den Vorwürfen bzgl. des Impact-Projekts sind uns keine Reaktionen bekannt.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Mars möchte eigenen Angaben zufolge Verbesserungen der Lebensstandards der Bauern durch Forschung, Pflanzmaterialien und qualifizierte Schulungen unterstützen. Das Unternehmen gibt an, durch verschiedene Programme und Initiativen die Lebenssituation der Kleinbauern zu verbessern. Mars ist z.B. Mitglied der Weltkakaostiftung (World Cocoa Foundation, WCF), in diesem Rahmen werden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt und Experten für Schulungen und der Übermittlung von Fachwissen entsendet. Ein weiteres Beispiel ist das „Farmer Field Schools Program“, ein Bildungsprogramm in West- und Zentralafrika, Ostasien und Lateinamerika, das die Familien der Kleinbauern in Gesundheitsvorsorge und Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen der Produktion bildet und die Wichtigkeit von Schulbildung vermittelt. 17)
  • Mars unterstütz eigenen Angaben zufolge u.a. durch Geldspenden Ansätze, um missbräuchlicher Kinderarbeit entgegenzutreten, z.B. mit einem Pilotprojekt der ILO. Mars beteiligt sich mit 1 Million US-Dollar an einem Programm, das ein Gemeinschaftsschutz-Komitee errichtete, das den Schulbesuch von Kindern überwacht und eingreift, wenn Kinder unter inakzeptablen Bedingungen arbeiten. 17) (zum Vergleich: Jahresumsatz Mars c.a. mehr als 30 Milliarden Dollar)18)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Das Unternehmen hat 2011 eigenen Angaben zufolge rund 30 Millionen US-Dollar in die Förderung von nachhaltigem Kakaoanbau investiert und hat vor, bis 2020 jährlich ähnliche Summen aufwenden.
  • Mars gibt an, Produktivitätssteigerungen der Kakao- und Kaffeebauern durch verschiedene Projekte zu fördern.19) Mars entschlüsselte gemeinsam mit Partnern den genetischen Code der Kakaobohne und machte ihn in einer Datenbank frei verfügbar.20)
  • Mars versucht, bis 2014 klima- und umweltneutral zu produzieren.21) Bis 2040 will das Unternehmen gänzlich nachhaltig produzieren.22)
  • Mars setzt sich eigenen Angaben zufolge mithilfe Programmen für die Geschlechtergleichheit ein.23)

 

Links und Quellen

  1. Mars: Where we operate; aufgerufen am 16.04.2014 []
  2. Pro Regenwald: Ölpalmen überall ; aufgerufen am 09.05.2014 []
  3. Brot für die Welt: Position; von April 2002/ Mai 2003; aufgerufen am 09.05.2014 []
  4. Teekunde: Tee Anbau und Tee Anbaugebiete ; aufgerufen am 09.05.2014 []
  5. EPO: Zucker: Süßes für Konsumenten, bittere Last für die Dritte Welt; erschienen am 14.05.2003; aufgegerufen am 06.10.2014 []
  6. Kaffeezentrale: Kaffeeanbau rund um die Welt; aufgerufen am 09.05.2014 []
  7. Mars: Code of Conduct; aufgerufen am 16.04.2014 [] []
  8. Mars Deutschland: Rohstoffe fair und verantwortungsbewusst beziehen; aufgerufen am 16.04.2014 []
  9. Mars: Targets and Progress; aufgerufen am 16.04.2014 []
  10. Hermes.unibw-hamburg.de: Gullivers Fesseln: CSR; aufgerufen am 14.04.2014 []
  11. Zeit: So süß und doch so bitter; erschienen am 25.12.2009; aufgerufen am 16.04.2014 []
  12. Mars: FAQs; aufgerufen am 15.04.2014 []
  13. Angaben von Fairtrade gegenüber earthlink []
  14. NDR: Kinderarbeit auch auf zertifizierten Plantagen; erschienen am 13.12.2012; aufgerufen am 16.04.2014 – Link nicht mehr abrufbar: 20.02.2015 []
  15. Welt.de/vermischtes/article112082338/Das-schmutzige-Geschaeft-mit-der-Schokolade.html []
  16. Spiegel Online: Kinderarbeit in Afrika: bittere Ernte, erschienen am 06.10.2010; Aufgerufen am 26.05.2014 []
  17. Mars: FAQs; nicht mehr aufrufbar 24.2.15 [] []
  18. FAZ: Das genom des Kakaos ist entschlüsselt; erschienen am 15.09.2010; aufgerufen am 09.05.2014 []
  19. Mars: Unsere Lieferkette; aufgerufen am 09.05.2014 []
  20. Mars: unser Geschäftsansatz und Nachhaltigkeitsverständnis; aufgerufen am 09.05.2014 []
  21. Mars: häufig gestellte Fragen; aufgerufen am 09.05.2014 []
  22. Mars: Unsere Betriebsabläufe; aufgerufen am 09.05.2014 []
  23. Mars: FAQs; nicht mehr aufrufbar 24.2.15 []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

3 Kommentare zu Mars Incorporated

  1. Pingback: Meine persönliche schwarze Liste … | akihart

  2. konstanze sagt:

    Unsere Politiker unterstützen Mars und Kinderarbeit eben deshalb, weil über die „Mars-Kinderarbeit“ in der Kakaoindustrie auch Gewerbegelder für die Städte erarbeitet werden, in denen Mars Arbeitgeber ist.
    Von dem Geld des Gewinnes durch „Mars-Kinderarbeiter“ werden also in „Mars-Arbeitgeber-Städten“ schöne Dinge gekauft.
    Die Bilder der „Mars-Kinderarbeiter“ wurden jetzt im TV sichtbar.
    Damit macht sich jede „Mars-Stadt“ schuldig, wenn man die Menschenrechte ernst nimmt. Und auch die Politiker der „Mars-Städte“ machen sich schuldig, wenn sie davon gar nichts wissen wollen, auch wenn sie fachlich darüber informiert werden. Weil über diese Fakten in einer „Mars-Stadt“, die ich kenne, im Stadtrat nicht diskutiert werden durfte. Bzw. ein solcher Antrag abgelehnt wurde.
    Gäbe es doch die Möglichkeit, dass jeder informierte Stadtratpolitiker, der so einen Antrag ablehnt in einer „Mars-Stadt“, und jeder Vorstand einer Marsfabrik durch Träume regelmäßig von den Kinderarbeitern in der Mars-Kakaoindustrie in Afrika informiert wird und mehr Mitgefühl entwickelt…
    … über eine verbesserte Situation der „Mars- Kinderarbeiter“ könnten die Stadtratpolitiker und der „Mars-Vorstand“ doch für sich positive Werbung machen. Und die Bürger in einer „Mars-Stadt“ würden sich freuen. Und am meisten würden sich die „Mars-Kinderarbeiter“ freuen, und die Politiker würden auch wieder besser träumen…
    Und manche Träume sollen ja in Erfüllung gehen…

  3. Barbara Borowski sagt:

    Ich habe gestern die Sendung „Schmutzige Schokolade“ im ARD gesehen, womit bewiesen ist, dass Kinder auf Kakaoplantagen, die die Firma Mars beliefern, arbeiten. Das ist ja wohl eine Schweinerei. Die Firma Mars macht Milliarden-Umsätze und die armen Kinder werden hierfür ausgebeutet. Natürlich tun die Vorstandsmitglieder so, als sei ihnen davon nichts bekannt gewesen. Ich jedenfalls werde keine Schokolade von den in der Sendung erwähnten Firmen mehr kaufen, solange nicht dafür gesorgt wird, dass Kinderabeit auf den Kakaoplantagen vermieden und dies vernünftig kontrolliert wird. Was wird nun von Ihrer Seite aus unternommen? Für diese Schokolandenhersteller müsste es ein Einfuhrverbot nach Deutschland geben. Aber das wird mit unseren Politikern nicht möglich sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.