Lidl

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Ananas - Bananen - Baumwolle - Baumwollsaatgut - Fisch - Kaffee - Kakao - Orangen - Palmöl - Reis - Shrimps - Tee - Zucker - Coltan - Kobalt - Kupfer - Salz - Feuerwerkskörper - Textilien -
Branchenzuordnung: Waren- und Handelshäuser -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Lidl-Produkte werden von wechselnden Herstellern aus der ganzen Welt produziert. 1)
  • Kakao für Lidl-Schokoladen wird auf dem Weltmarkt eingekauft und kommt damit auch aus Westafrika und höchstwahrscheinlich auch aus der Elfenbeinküste. 2)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Lidl trat 2006 als erster Discounter der Business Social Compliance Initiative (BSCI) bei. 3) 4)
  • Die Mitgliedschaft im BSCI verpflichtet zu einem einheitlichen Verhaltenskodex, der auf der UN-Deklaration der Menschenrechte, den grundlegenden Arbeitsrechten der ILO und den UN-Konventionen zu Kinderrechten beruht und Kinderarbeit somit ausschließt.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Non-Food-Produkte werden speziell im Auftrag von Lidl produziert und bereits intern bei der Produktion vor Ort auf Einhaltung vorgegebener Qualitätsmerkmale kontrolliert. In diesem Rahmen sind die Kontrolleure auch angewiesen, u.a. auf Verstöße gegen das Verbot von Kinderarbeit zu achten. Es wurden so bereits mehrere zehntausend Kontrollen weltweit durchgeführt. 2)
  • Die praktische Umsetzung des Verhaltenskodexes und der BSCI-Vorgaben wird auch durch unabhängige Audit-Unternehmen überprüft, die bei der Social Accountability International akkreditiert sind. Lidl hat seit 2006 über 4.000 solcher Audits durchführen lassen und diese in die BSCI-Datenbank eingebracht. 2)
  • Es gibt keine Kontrollen über die gesamte Produktions- und Lieferkette, sondern nur im “Hauptteil” der Produktion. 2)
  • Es finden somit oft auch in besonders kritischen Produktionsstufen keine Kontrollen statt. Dies trifft insbesondere zu für Kakao für die Schokoladenproduktion, der zum Großteil an Börsen für den Weltmarkt gekauft wird und für Baumwolle für die Textilproduktion.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Nachweisbare Vorwürfe von Kinderarbeit bei der Produktion von Waren für Lidl sind uns nicht bekannt.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Unterstützung : Durchführung von sozialen Projekten meist in Verbindung mit Sponsoring-Aktivitäten finden in erster Linie in den Ländern mit Lidl-Filialen statt. 5)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Lidl führt unter der Eigenmarke “Fairglobe” ein kleines, mit dem Transfair-Siegel ausgezeichnetes Fairtrade-Sortiment (Schokolade, Bananen, Orangensaft, Tee, Kaffee, Reis, Rohrzucker).
  • Bei der Produktion von Textilien für Lidl in Bangladesch sollen zahlreiche Sozialstandards nicht eingehalten worden sein. 6) . Kinderarbeit wurde in der Produktion für Lidl zwar nicht festgestellt, jedoch führen Löhne, die nicht zur Existenzsicherung ausreichen, regelmäßig dazu, dass Kinder zum Familieneinkommen beitragen müssen.
  • Aus Ecuador wird von der Verletzung grundlegender Arbeits- und Gewerkschaftsrechte der BananenarbeiterInnen und von Kinderarbeit sowie von Dumpingpreisen für kleine ProduzentInnen berichtet. 7)
  • Lidl ist bereits mehrfach in die Kritik geraten. Gegenstand waren häufig die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. So warfen Gewerkschaften dem Unternehmen vor, die Bildung von Betriebsräten systematisch zu verhindern. 2004 erhielt Lidl die alternative Negativauszeichnung Big Brother Award, die unter Beteiligung des Chaos Computer Clubs verliehen wird, in der Kategorie Arbeitswelt. 8)
  • Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Stern hatte Lidl seine eigenen Beschäftigten über mehrere Jahre in über 500 Filialen durch Detekteien systematisch überwachen lassen. Bei der Überwachung wurden u. a. Toilettengänge der Mitarbeiter protokolliert und auch vereinzelt Kunden bei der Eingabe ihrer PIN gefilmt. Dieses Vorgehen bedeutet einen schweren Verstoß gegen den Datenschutz. Wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern muss das Unternehmen insgesamt 1,462 Millionen Euro Bußgeld bezahlen, wobei rund 350.000 Euro Strafe für die Nichtbestellung von betrieblichen Datenschutzbeauftragten in allen 35 Vertriebsgesellschaften verhängt wurden. 9)
  • Als Reaktion auf unsere Anfragen hat Lidl Earthlink zu einem Gespräch eingeladen. Lidl gibt sich darin gegenüber EarthLink bemüht, aufzuzeigen, dass auch soziale Aspekte bei der Produktion ihres Warenangebotes berücksichtigt werden. Wie existenzsichernde Löhne bspw. für die Produktion von T-Shirts, Jeans und Schuhen möglich sein sollen, die für wenige Euro in den Lidl-Filialen verkauft werden, erklärt Lidl nicht. 2)

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31.03.2009 10/43

Links und Quellen

  1. Eintrag über Lidl bei wikipedia.org [zurück zum Text]
  2. Mitteilung in einem persönlichen Gespräch am 25.2.2009 mit den Abteilungsleitern Einkauf International und Gesellschaft und Umwelt [zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text]
  3. <a href=”http://www.lidl.de/cps/rde/xchg/lidl_de/hs.xsl/5705.htm[zurück zum Text]
  4. BSCI-Mitglieder [zurück zum Text]
  5. Infos dazu auf der Firmen-Website [zurück zum Text]
  6. {{http://www.saubere-kleidung.de/downloads/publikationen/2008-01_Brosch-Lidl-KiK_de.pdf">Studie "Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK?"}} der Kampagne für ‘Saubere’ Kleidung [zurück zum Text]
  7. Pressemitteilung von Attac [zurück zum Text]
  8. BigBrotherawards.de [zurück zum Text]
  9. Eintrag über Lidl bei wikipedia.org [zurück zum Text]

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv’ reagiert. ‚Positiv’ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ’ darauf reagiert. ‚Negativ’ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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