Ikea

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Eisenerz - Glas - Teppiche - Textilien -
Branchenzuordnung: Lifestyle - Sonstiges - Waren- und Handelshäuser -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Die IKEA Produkte werden bei ca. 1.300 Lieferanten weltweit hergestellt.1)
  • IKEA macht keine öffentlichen Angaben über genaue Produktionsstätten, auch nicht auf konkrete persönliche Nachfrage2)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • IKEA spricht sich in dessen Verhaltenskodex „Vorbeugende Maßnahmen gegen Kinderarbeit – The IKEA Way“, gegen Kinderarbeit aus und beachten nach eigenen Angaben die UN Kinderrechtskonvention (1989), sowie die ILO 138 und 182. IKEA verpflichtet alle seine Unternehmer und Subunternehmen die Bestimmungen bis 2012 zu erfüllen (2011: nur 67 % aller Lieferanten).3) Nationale und internationale Gesetze sollen auch von beiden Seiten geachtet werden. Zusätzlich werden unter 18 jährige geschützt bezüglich Überstunden und Arbeitszeiten.4)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • IKEA behält sich das Recht vor, unabhängige Kontrolleure zu beauftragen. Die Produktionsstätten werden regelmäßig angekündigt sowie unangekündigt kontrolliert, sowohl von IKEA Einkaufsbüros vor Ort als auch von unabhängigen Organisationen, wie z.B. KPMG.5)
  • Darüber hinaus gibt es einen eigenen IKEA Ombudsmann, der beim IKEA Konzern dafür verantwortlich ist, dass das Handeln sich am Wohl von Kindern orientiert und die UN Konvention über die Rechte des Kindes von 1989 erfüllt werden.6)
  • Auf einen konkreten Verdachtsfall hin angesprochen, zeigt IKEA keine Bereitschaft dies objektiv zu klären. Weder werden Berichte von angeblich durchgeführten Überprüfungen veröffentlicht, noch wird eine eigene Überprüfung der Produktionsstätte ermöglicht.7)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Es gab den Vorwurf von Kinderarbeit in einer Teppichfabrik in Indien sowie in Pakistan.8)
  • Im Geschäftsjahr 2005 wurden bei von IKEA beauftragten Kontrollen in Südasien 4 Fälle von Kinderarbeit, in China 7 Fälle entdeckt.9)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • IKEA hat die Geschäftsbeziehungen zu der Teppichfabrik beendet.9)
  • Wird bei einer Produktionsstätte Kinderarbeit festgestellt, fordert IKEA den Lieferanten auf, einen Aktionsplan zu Korrektur- und vor allem Vorbeugungsmaßnahmen aufzustellen. Der Lieferant wird 6 Monate auf Probe gestellt und muss in dieser Zeit zeigen, dass er effektive Maßnahmen zur Vorbeugung von Kinderarbeit ergriffen hat.9)
  • Der Lieferant ist für die volle Wiedereingliederung des betroffenen Kindes, wie z.B. eine Ausbildung oder ein Schulbesuch, verantwortlich. Damit möchten IKEA verhindern, dass Kinderarbeit von einer Produktionsstätte zur nächsten verschoben wird.9)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • 2005 wurde die „IKEA Sozialinitiative“ gegründet. Diese basiert auf der Verpflichtung, den vielen Kindern weltweit einen besseren Alltag zu schaffen und sich für die Rechte und Überlebenschancen von Kindern einzusetzen, damit diese nachhaltig und dauerhaft verbessert werden. Dies bedeutet, dass IKEA sich an Projekten von UNICEF und „Save the children“ mit nachhaltigen und langfristigen Investitionen beteiligt.10)
  • IKEA ist seit 1993 Partner der Organisation „Save the children“. Durch Spendenaktionen werden, beispielsweise in Bangladesch, gezielt Projekte gegen ausbeuterische Kinderarbeit unterstützt.12)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • IKEA ist größter finanzieller Partner von UNICEF ( 180 Millionen USD: Jahr)13)
  • IKEA diskutiert regelmäßig mit den verschiedensten Unternehmen, Gewerkschaften, Organisationen und Interessengruppen weltweit, um – laut eigenen Angaben – Wissen auszutauschen und zu erweitern. In der Folge soll so gegen ökologische und soziale Missstände vorgegangen werden.14)
  • Vorwürfe über Zwangsarbeit für IKEA, im Zeitraum von 1960 bis 1980 ,durch politische Gefangene der DDR werden gegen den Konzern erhoben.15) IKEA verantwortet sich für mögliche Vorfälle und eruiert die Vorwürfe.
  • Seit 2002 arbeiten der IKEA Konzern und der WWF zusammen, um
    verantwortungsvolle Forstwirtschaft, umweltgerechten und
    sozialverträglichen Baumwollanbau und Klimaschutz zu fördern.16)

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28/05/2010 11/00

Quellen

  1. persönliche Mitteilung der Pressestelle von IKEA-Deutschland vom 8.12.2006 []
  2. persönliche Mitteilung der Pressestelle von IKEA-Deutschland vom 8.12.2006 []
  3. IKEA-Sustainability Report 2011 []
  4. IKEA-Verhaltenskodex: IWAY und Umwelt- und Sozialbericht 2009 []
  5. s. IKEA Homepage: IKEA akzeptiert keine Kinderarbeit []
  6. persönliche Mitteilung der Pressestelle von IKEA-Deutschland vom 8.12.2006 und Staff-Auflistung (Stand 11.07.2012) s. Vandana Verma – Link nicht mehr abrufbar: 26.02.2014 []
  7. eigene Erkenntnisse aus 2006/2007 []
  8. Vorwürfe in Buch: Die Wahrheit über IKEA []
  9. persönliche Mitteilung der Pressestelle von IKEA-Deutschland vom 8.12.2006 [] [] [] []
  10. IKEA []
  11. s. IKEA-Homepage: UNICEF []
  12. save the children []
  13. Reuters []
  14. IKEA []
  15. s. Stellungnahme IKEA []
  16. wwf []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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