Esprit

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Kautschuk - Schuhe - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Weltweit  (zu den Produktionsorten liegen uns keine genauen Angaben vor)
  • Indien1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Als Mitglied der „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) der FTA verbietet Esprit ausdrücklich Kinderarbeit, jegliche Art von Kindesausbeutung sowie sklavenähnliche und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen. Zudem müssen die Rechte junger Arbeiter geschützt werden.2)3)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Es werden Selbsteinschätzungen über die Erfüllung der sozialen Verpflichtungen durchgeführt, die an ein Mitglied von BSCI gemeldet werden.
  • Mitglieder des BSCI oder Organisationen, welche in dessen Sinne operieren, können angekündigte oder unangekündigte Kontrollen in den Geschäftsräumen durchführen.
  • Aber: Dritte und Nicht-BSCI Mitglieder dürfen keinen Zugang zum BSCI-Management Handbuch haben.
  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Nach Informationen des Nachrichtenmagazines „Stern“ von Anfang Juni 2007, wurde ein viel verkauftes Damen-Top der Marke Esprit von Kindern in Indien gefertigt. Das Top mit Perlenbesatz der Modellnummer S40762 soll von 11-jährigen Jungen in einem Sweat-Shop in Neu Delhi unter unmenschlichen Bedingungen bestickt worden sein. Zwar sollte dies laut den Einkaufsverträgen der Firma unmöglich sein, doch der Esprit-Chef Thomas Grote teile „Stern“ mit, dass ein Betrug vorliege.1)
  • Darüber hinaus bestehen ältere (vom 18.04.2005) Vorwürfe der Clean Clothes Campaign über zu lange Arbeitszeiten (durchschnittlich 93h/Woche) in einer Produktionsstätte in China.4)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Zum Fall von 2007: Die Kooperation mit dem Auftragnehmer wurde abgebrochen und die Werkstatt geschlossen.
  • Es soll nach allen Jungen gesucht werden, die dort arbeiten mussten. Einer wurde bis jetzt gefunden und ihm wird eine Ausbildung finanziert.1)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Die Organisation „SOS-Kinderdorf“ ist seit vielen Jahren Kooperationspartner von Esprit. Aktuell finanziert Esprit den kompletten Bau eines SOS-Kinderdorfes in Alibaug, südlich von Mumbai, Indien. Zudem engagierte Esprit sich 2008 mit sechs unterschiedlichen Projekten im Raum Neu Delhi für die Stärkung von Familien.5)
  • Außerdem wurden Spendenaktionen für die Opfer von Umweltkatastrophen wie dem Tsunami 2004 in Süd-Ost Asien und dem Erdbeben in Sichuan, China organisiert. Grundlage vieler dieser sozialen Hilfsmaßnahmen bilden Stiftungen, die Esprit in verschiedenen Ländern in den letzten Jahren gegründet hat. Schwerpunkt aller Hilfsaktionen bilden Projekte für Kinder und Jugendliche in Not.6)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Esprit hat sich für den Erhalt des Regenwaldes sowie gegen die Verwendung von echtem Pelz engagiert.6)

18/12/2008

Quellen

  1. Artikel bei diepresse.com vom 5.6.2007 [] [] []
  2. Esprit – Soziale Verantwortung []
  3. Business Social Compliance Initiative – Code of Conduct []
  4. cleanclothes.at []
  5. Homepage Esprit []
  6. Mitteilung von Esprit am 16. Dezember 2008 [] []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

Ein Kommentar zu Esprit

  1. Vera Stiller sagt:

    Ich habe heute einen Schlafanzug der Marke ESPRIT gekauft und erst zu Hause gesehen, dass auf dem Etikett „Made in India“ steht. Ich kann nur hoffen, dass alles, was die Firma über ihr positives Engagement mit Blick auf Kinderarbeit sagt, der Wahrheit entspricht. Als dreifache Mutter und siebenfache Großmutter blutet meine Herz, wenn ich über die vielen, vielen Kinder lese und höre, die unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, um überleben zu können. Seit vielen Jahren habe ich ein indisches Patenkind. Ein kleiner Tropfen auf einem heißen Stein!

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