Cargill

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Kakao - Landwirtschaft - Palmöl - Salz -
Branchenzuordnung: Lebensmittel - Sonstiges - Süßwaren -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Laut Firmenwebsite ist Cargill ein internationaler Produzent und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Finanzen und der technischen Industrie mit 138.000 Mitarbeiter in 63 Ländern. 1)
  • In welchen Ländern kinderarbeitsrelevante Produkte genau produziert werden, wurde uns von der Firma bis jetzt nicht beantwortet.

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Das Unternehmen legte  umfassende, allgemein gehaltene Bekenntnisse (“Commitments”) zur Firmenverantwortung ab, in denen es sich auch klar gegen ausbeuterische Kinderarbeit ausspricht. 2) Allerdings liegt uns kein konkreter Verhaltenskodex ( Code of Conduct) vor, welcher die Verbindlichkeit und Durchsetzung der Bekenntnisse in den Produktionsketten sicherstellt. Auf konkrete Nachfrage diesbezüglich haben wir keine weiterführende Antwort erhalten.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Auf der Firmenwebsite finden sich keine aussagekräftigen Informationen, ob (interne oder externe) Kontrollen der genannten Unternehmensleitsätze durchgeführt werden. Zwar wird ein Teil des Kakaos UTZ-zertifiziert und damit extern kontrolliert, jedoch wird der Anteil der zertifizierten, als Premiumprodukt verkauften Produkte, nicht angegeben.
  • Auf die Frage nach der Kontrolle der Produkte liegt uns bis jetzt keine Antwort vor.
  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Cargill wurde wegen erzwungener Kinderarbeit angeklagt. Das Unternehmen wurde wegen Kinderhandel, Folterung und erzwungener Kinderarbeit betreffend Kultivierung und Ernte von Kakaobohnen, welche die Firmen (Nestlé S. A, Nestlé U.S.A., Archer Daniels Midland Co., Cargill Incorporated Company, Cargill Cocoa und West Africa S.A) aus Afrika importieren, beschuldigt. Der Sachverhalt betrifft Kinder aus Mali, die im Alter von 12-14 Jahren in die Elfenbeinküste verschleppt wurden und dort bis zu 14 Stunden täglich, ohne Lohn, ohne ausreichende Ernährung und Schlaf und häufig unter physischer Gewalt arbeiten mussten. 3)
  • Cargill wird kritisiert, nicht ausreichend gegen Kinder- und Zwangsarbeit bei Palmöllieferanten in Malaysia und Indonesien vorzugehen. 4)
  • Es gibt Vorwürfe, dass Cargill Baumwolle aus Usbekistan bezieht, die unter ausbeuterischer Kinderarbeit produziert wird. 5)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Mitgründer des UTZ Zertifizierungsprogramms 6)
  • Unterstützung der Hilfsorganisation CARE, z.B. bei Schul- und Entwicklungsprojekten.
  • Schulbauprojekte in Vietnam.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Cargill wird vorgeworfen, als einer der größten Palmölproduzenten in Regenwaldabholzung, Vertreibung indigener Bevölkerungsgruppen, sowie Verletzung von Menschenrechten involviert zu sein und keine (ausreichenden) Maßnahmen dagegen zu unternehmen. 7)   8)
  • Cargill unterstützt diverse ökologische und soziale Projekte.

Links und Quellen

  1. Firmenwebsite von Cargill[zurück zum Text]
  2. Corporate Responsibility Commitments von Cargill[zurück zum Text]
  3. Artikel von Organic Consumers Association[zurück zum Text]
  4. Artikel zu Cargill’s Palmölproduktion - nicht mehr aufrufbar 26.11.14 [zurück zum Text]
  5. Vorwürfe der Cotton Campaign gegen Cargill[zurück zum Text]
  6. Seite des UTZ-Zertifizierungsprogramms[zurück zum Text]
  7. Artikel zu Gerichtsverfahren gegen Cargill zur Vertreibung indigener Bevölkerungsgruppen[zurück zum Text]
  8. Vorwürfe des Rainforest Action Network gegen Cargill [zurück zum Text]

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv’ reagiert. ‚Positiv’ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ’ darauf reagiert. ‚Negativ’ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

Eine Antwort auf Cargill

  1. Tobias sagt:

    Hallo,
    Wir besuchen heute mit der Hochschule den Cargill Standtort in Krefeld, ich habe mir vorgenommen die Anwesenden mal nach den hier genannten Vorwürfen zu befragen. ;)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>