Weihnachten Made in China – Wie Kinder in China unsere Geschenke produzieren

iphone

Bild: © Josh Hallett [CC BY-SA 2.0] - flickr.com

Viele Dinge, die bei uns unter dem Weihnachtsbaum landen, werden in China produziert. Ob es nun das neue iPhone, Kleidung, Spielzeug oder gar die Weihnachtsdekoration ist, das Made-in-China-Label ist unser ständiger Begleiter.

China ist bekannt für seine schlechten Arbeitsbedingungen und auch Kinder arbeiten hier in den Fabriken. Zehn bis- 12 Stunden Arbeit am Tag, 7 Tage die Woche, sind hier oftmals normal, denn die Arbeiter bekommen so wenig Lohn, dass sie ohne die Überstunden nicht über die Runden kommen würden.1)2) Zudem sind die Bedingungen in den Fabriken meist sehr schlecht und die Arbeiter sind ohne Schutzkleidung Chemikalien und anderen Gefahrenquellen ausgesetzt. Die meisten Arbeiter kommen von weit her aus den ärmeren und ländlicheren Regionen Chinas. Daher leben sie in den Quartieren der Fabriken, wo sich zwischen 12 und 20 Arbeiter ein Zimmer mit Hochbetten teilen müssen.3)

Erst Ende November 2017 wurde bekannt, dass bei dem chinesischen Zulieferbetrieb Foxconn jugendliche Praktikanten 11 Stunden am Tag arbeiteten. Foxconn ist einer der größten Produzenten im Elektronikgewerbe und beliefert unter anderem Apple und Hewlett Packard. Die chinesischen Arbeitergesetzte verbieten unter 16- jährigen jegliche Arbeit und 16 bis 18- jährige dürfen höchstens 8 Stunden am Tag arbeiten, jedoch sind unabhängige Kontrollen in dem autoritären Land kaum möglich und daher kommt es immer wieder zu Vorfällen. Foxconn hatte schon früher schlechte Presse gemacht, als  16 Arbeiter in den Jahren 2010 bis 2013 Selbstmord begingen und auch seitdem gab es in den Fabriken weitere Selbstmorde von Arbeitern.1) (( Financial Times; Child labour fuels fear of reputational risk; Veröffentlicht am 27.11.2017 ))

Die kleine Stadt Yiwu in der Zhejiang-Provinz im östlichen China produziert 60% der weltweiten Weihnachtsdekoration. 2001 waren es hier nur 10 Fabriken, doch mittlerweile gibt es 600 in der Stadt. Tausende Arbeiter produzieren hier die Weihnachtsdekoration für Amerika und Europa und nach Weihnachten geht es weiter mit Valentinstag, Ostern und Halloween. Yiwu ist bekannt als Weihnachtsstadt, aber auch hier arbeiten Kinder in den Fabriken. Viele sind unter 16 Jahre alt und arbeiten mehr als 12 Stunden am Tag.2)4)5)6)

Auch in der Textilindustrie in China sieht es nicht besser aus: In der Stadt Changshu in der Jiangsu Provinz gibt es über 1000 Bekleidungshersteller, die ihre Arbeiter aus der ärmeren und weniger entwickelten Yunnan Provinz rekrutieren. Dafür gibt es spezielle Agenturen, die die Arbeiter vermitteln und auch nicht vor Minderjährigen zurückschrecken. Ein Fabrikbesitzer lies verlauten, dass unter 20 Arbeitern 5 bis 6 Arbeiter unter 16 Jahren wären und somit als Kinderarbeiter zählen. Viele der Kinder arbeiten über 12 Stunden am Tag und werden von den Fabrikbesitzern geschlagen, wenn sie nicht gehorchen. Zudem werden viele Arbeiter erst am Ende des Jahres bezahlt und wenn sie ihren Arbeitsplatz davor verlassen, bekommen sie gar nichts.7)8)

Obwohl China in den letzten Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnen konnte, sind die Arbeitsbedingungen in den Fabriken immer noch unerträglich geblieben. Der wirtschaftliche Aufschwung kam auch nur bestimmten Gegenden zugute und solange es weiterhin noch sehr arme Regionen in dem Land gibt, wird es immer Arbeiter geben, die bereit sind, unter den schlechten Bedingungen zu schuften. Die Fabrikbesitzer werden von den westlichen Unternehmen und der noch billigeren südasiatischen Konkurrenz unter Preisdruck gesetzt und die Arbeiter können sich nicht dagegen wehren, da unabhängige Arbeiterverbände in China verboten sind.9)

Als Verbraucher liegt es in unserer Hand, Produkte zu fordern, die frei sind von Kinderarbeit und die unter humanen Bedingungen für alle Arbeiter hergestellt werden. Denn wenn ein iPhone X 1149€ kostet, sollte man meinen, dass es auch unter gerechten Bedingungen produziert werden könnte. Weihnachten sollte für alle ein Fest sein, und gerade am Fest der Liebe möchte keiner den Schweiß der Kinderarbeiter an den Geschenken unter dem Weihnachtsbaum finden.

  1. Consumer Affairs; Deals on holiday electronics may be thanks to child labour; Veröffentlicht am 27.11.2017 [] []
  2. Mirror; Santa’s real workshop: the city in China that makes most of the world’s Christmas decorations; Veröffentlicht am 20.12.2014 [] []
  3. Return to Now; Santa’s real workshop is a sweatshop in China; Veröffentlicht am 19.12.2017 []
  4. Metro; Inside the Christmas sweatshop- the truth behind your festive decorations; Veröffentlicht 11.12.2016 []
  5. ABC News; Inside China’s Christmas village, where the world’s decorations come from; Veröffentlicht am 5.12.2017 []
  6. Mashable; Jingle hell: Where your Christmas baubles and santa hats are made; Veröffentlicht am 22.12.2014 []
  7. South China Morning Post; Scourge of child labour a result of urban-rural wealth divide; Veröffentlicht am 28.11.2016 []
  8. South China Morning Post; Under 16 and working 16 hours a day…Chinese clothes factories import cheap child labour from across China; Veröffentlicht am 22.11.2016 []
  9. South China Morning Post; Scourge of child labour a result of urban-rural wealth divide; Veröffenlicht 28.11.2016 []

Über Benita / earthlink

Ich arbeite ehrenamtlich in den Projekten "Fluchtgrund" und "Aktiv gegen Kinderarbeit" mit. Studiert habe ich African Studies with Development und World Heritage Studies und arbeite seit Ende meines Studiums in der Flüchtlingshilfe.
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