Bangladesch: Kinderarbeit in den Textilfabriken

Kinderarbeit in den Textilfabriken

Kinder arbeiten für unsere Kleidung Bild: © Tekke [CC BY-ND 2.0] - flickr

Wie viel neue Kleidung kaufen wir in Deutschland pro Jahr, die wir eigentlich gar nicht brauchen? Kurz gesagt: Viel zu viel. Immer mehr Menschen wollen möglichst billig Kleidung kaufen und erhoffen sich die beste Qualität. Doch auf die Dauer kann das nicht funktionieren.

Dadurch, dass der Konsum der westlichen Bevölkerung immer mehr zunimmt, müssen auch in den Ländern, wo unsere Kleidung produziert wird, mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Was im Prinzip gut ist. Aber die meisten Arbeitsplätze sind unterbezahlt, nicht menschenwürdig oder mit Kinderarbeit verbunden.1)

Viele Marken wie H&M, C&A, Aldi, die Otto-Group, Zara,  Inditex, S. Oliver, PVH Corp und Tchibo produzieren in den Ländern, in denen man die Kinderarbeit nicht unterstützen dürfte. Aber durch das westliche Konsumverhalten ist der Produzent fast schon gezwungen, billig zu produzieren, um Gewinne zu erzielen. Statistisch gesehen geht es in einer von zehn Textilfabriken mit gerechten Dingen zu, was eine erschreckende Zahl ist und uns zum Nachdenken bringen müsste, da es in Bangladesch ungefähr 5.000 Textilfabriken gibt.

Man dürfte in vielen Läden nicht mehr einkaufen. Was natürlich schwierig ist. Auch aus der Lage vieler Familien heraus, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen. So einfach ist das Problem leider nicht zu lösen. Jeder will immer voll im Trend sein und vergisst oft, welche Qualen hinter einem T-Shirt stecken können.

Eine weitere Lösung wäre: einfach weniger neue Mode zu kaufen und somit auch einmal die alte Kleidung ein paar Jahre länger zu tragen. Die Kinderarbeit wird damit zwar nicht ganz verschwinden, aber ein bisschen wird sie eingedämmt werden. Umso weniger die Konsumenten verbrauchen, umso weniger muss produziert werden.2)

Leider schicken in vielen Fällen die Eltern ihre Kinder zum Arbeiten, da die Familien oft groß sind und weil das Geld hinten und vorne nicht reicht. Oft wissen die Eltern, dass sie damit die Zukunft ihrer Kinder gefährden, aber was sollen sie tun? Die Zukunft der Eltern ist durchgeplant und sie müssen in den nächsten Jahren selbst schauen, wie sie über die Runden kommen, alles ist ein Nehmen und Geben. Man sollte nur das Gleichgewicht nicht vergessen.3)

Nicht selten kommt es in den viel zu überfüllten Fabriken zu Unfällen. Die schlimmste Gefahr ist das Feuer, das sich rasend schnell ausbreitet. Jeden Monat werden mindestens 20 dieser Brandfälle gemeldet. Schuld daran ist unter anderem die Bauweise der Fabriken. Es gibt selten Notausgänge. Falls es doch welche gibt, sind diese verschlossen.

Eine der verheerendsten Vorfälle ereignete sich am 24. November 2012 in Dhaka. Eine mehrstöckige Textilfabrik brannte vier Stunden lang und brachte viele Opfer mit sich. Mehr als 100 Tote und 200 Verletzte, die um ihr Leben bangen mussten. 20 weitere erlagen kurz darauf  ihren Verletzungen im Krankenhaus. Da das neunstöckige Haus keine Notausgänge hatte und die drei Treppenhäuser, die  es in der Fabrik gab, alle in das Erdgeschoss führten, wo der Brand ausbrach, hatten die ca. 1.000 Näherinnen keine Chance zu entkommen.4)

Leider war das kein Einzelfall, sondern gehört mit zur alltäglichen Angst der Näherinnen.

 

  1. CONTRA MAGAZIN: 64-Stundenwochen in Bangladesh-Kinderarbeit in der Textilindustrie; Artikel vom 03.03.2017 []
  2. terre des hommes:Brand und Gebäudeschutz in Bangladesch; aufgerufen am 14.06.2017 []
  3. stern:Wenn Kinder für unseren billigen Wohlstand schuften müssen; Artikel vom 07.12.2016 []
  4. Spiegel Online: Mehr als 100 Menschen sterben bei Brand in Textilfabrik; Artikel vom 25.11.2012 []
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