Reise ins „gelobte Land“ – Die gefährliche Fahrt der Kindermigranten aus Mittelamerika

Migrantes centroa mericanos viajan sobre el Tren en su paso por mexico a Estados Unidos

Bild: © Foto: Mexicanos Sin Fronteras (CC BY) -

Tag für Tag versuchen Kinder und Jugendliche aus Mittelamerika ohne Papiere über den mehrere tausend Kilometer weiten Weg nach Norden in die USA zu gelangen. Laut Angaben der Nationalen Einwanderungsbehörde Mexikos ist die Zahl festgenommener und in ihr Heimatland zurückgewiesener Kinder und Jugendlicher unter 18 Jahren in der ersten Jahreshälfte um 50 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Absolut gesehen handelte es sich um 3388 junge Menschen, die größtenteils aus Guatemala, Honduras und El Salvador stammen. Sieben von zehn Festgenommenen gaben an, ohne Begleitung eines Angehörigen gereist zu sein. Salvador Beltrán del Río, Leiter der Nationalen Einwanderungsbehörde, erläutert: „Wir beobachten einen beachtlichen Anstieg bei der Zahl ankommender Minderjähriger, die vor der Gewalt in ihren Heimatländern und vor den Banden fliehen, und in unser Land oder die USA emigrieren. Die Zahl der Emigranten steigt, insbesondere aus Zentralamerika.“

Den Kindern aus mittelamerikanischen Staaten schließen sich noch etliche aus Mexiko an, um – zumeist auf Dächern von Güterzügen ausharrend – an die mexikanisch-amerikanische Grenze zu gelangen. Wie viele Kinder tatsächlich die mühsame und gefährliche Reise auf sich nehmen, ist nicht klar. Denn zu den offiziell erfassten Festgenommenen dürften noch unzählige Menschen kommen, die während der Reise verschleppt oder gar getötet wurden. 1) Einigen wenigen gelingt es, unentdeckt ihr Ziel zu erreichen.

Im Jahr 2009 offenbarte der US-amerikanische Dokumentarfilm „Which Way Home“ unter welchen Bedingungen und auf Grund welcher Motivationen Kinder aus unterschiedlichen Ländern Mittelamerikas versuchen, in die USA zu gelangen. 2) Während etwa einige die Trostlosigkeit der heimischen Lebensverhältnisse dazu veranlasst gen Norden zu reisen, verfolgen andere das Ziel, in den USA Arbeit zu finden, um in der Heimat ihre Familie zu unterstützen. Ein Beispiel im Film ist der 14-jährige Kevin aus Honduras, der gerne als Schuhputzer in Manhattan Geld verdienen würde, um die Mutter in Honduras zu unterstützen und ihr ein Haus zu kaufen. Seine Reise endete jedoch in einem Auffanglager für Kindermigranten in Houston/Texas. Von dort aus wurde er später zu seiner Mutter nach Honduras zurückgebracht.

  1. Deutschlandradio: „Gefährlicher Trip“, zuletzt abgerufen am 07.09.2012.[zurück zum Text]
  2. Dokumentarfilm „Which Way Home – Kinder auf der Flucht“ (90 Min./USA/2009) auf gratisdokus.de[zurück zum Text]

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.
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