Lubanga wegen Anheuerung von Kindersoldaten für schuldig befunden

Gericht, Krieg, Festnahme, Drogen, Richter,

Bild: © n.v. -

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag befand heute den ehemaligen, kongolesischen Militärführer Thomas Lubanga für schuldig, Kinder unter 15 Jahren zum Militärdienst gezwungen und sie für den Bürgerkrieg in Afrika eingesetzt zu haben. Der 51-Jährige hatte die Mädchen und Jungen als persönliche Bodyguards angeworben und sie in den militärischen Konflikten im Norden Kongos als Kindersoldaten während der Jahre 2001 bis 2003 eingesetzt.

Als er zweifelsfrei für schuldig befunden wurde, blieb Lubanga völlig unbewegt. Er saß mit gefalteten Händen da und gab keinerlei Gefühle zu erkennen. Als er jedoch abgeführt wurde, lächelte er und nickte seinen Anhängern zwischen den öffentlichen Zuschauern zu. Die Urteilsverkündung wird demnächst bekannt gegeben. Als Höchststrafe droht ihm lebenslange Haft. 1)

Der UN-Sonderbeauftragte der demokratischen Republik Kongo, Roger Meece, sieht das heutige Urteil als sehr wichtigen Schritt an, um in diesem Land Fortschritte in der Strafverfolgung zu erreichen. „Es ist eine wichtige Botschaft für diejenigen, welche schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, dass sie für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. Wir versuchen die nationalen Behörden in dieser Richtung zu aktiven Untersuchungsermittlungen zu drängen […].“. Meece erläuterte außerdem, dass man das kongolesische Justizsystem noch stärken müsse, zusätzlich zu der Zusammenarbeit mit internationalen Verfahren. Er sieht es als gutes Zeichen, dass bereits drei FARDC Militärkommandanten diesen Februar verhaftet wurden. Ihnen wurde u.a. Vergewaltigung und Anheuerung von Kindersoldaten vorgeworfen. Dennoch existieren immer noch viele militärische Gruppen, die gegen Menschenrechte verstoßen oder Kindersoldaten rekrutieren. 2)

  1. Sydney Morning Herald [zurück zum Text]
  2. United Nations Organization Stabilization Mission in the Democratic Republic of the Congo MONUSCO [zurück zum Text]
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