16-Jährige Amina begeht Selbstmord nach Zwangsheirat mit ihrem Vergewaltiger

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Bild: © n.v. -

Als sie 15 Jahre alt war, wurde Amina Al Filali aus Marokko von dem 25-Jährigen Mustapha aus der Nachbarschaft vergewaltigt. Er bedrohte sie mit einem Messer und zwang sie zum Geschlechtsverkehr.

Da vergewaltigte Mädchen eine Schande für die Familie sind, drängte die Mutter von Amina darauf, das Mädchen mit ihrem Vergewaltiger zu verheiraten. So sollte die Ehre der Familie bewahrt werden und der Täter konnte sich seiner Strafe entziehen.

Das zuständige Familiengericht stimmte der Heirat damals zu. Denn laut dem Artikel 475 des marokkanischen Strafgesetzbuches können Vergewaltiger ihre Opfer heiraten, um einer Strafe zu entgehen, selbst wenn diese noch minderjährig sind.

Amina hielt die „doppelte Vergewaltigung“, wie das Schicksal dieser Mädchen vom marokkanischen Kommunikationsminister bezeichnet wird, nicht aus. Am 10. März schluckte sie Rattengift, jede Hilfe kam zu spät.

Ihr Fall löst Entsetzen in Marokko und der ganzen Welt aus. Am vergangenen Samstag demonstrierten mehrere Hundert Menschen, unter ihnen vor allem Frauen, vor dem Parlament in Rabat. Auf einem der vielen Schilder stand geschrieben: „Vergewaltige mich. Heirate mich. Das Leben ist nichts wert. Ich bin Marokkanerin“.

Im Internet haben bereits über 300.000 Menschen eine Petition der Organisation „Avaaz“ unterschrieben, diese soll in Zusammenarbeit mit marokkanischen Frauengruppen den Entscheidungsträgern vorgelegt werden. Mit Hilfe der Petition soll das Gesetz 475 abgeschafft, sowie ein neues Gesetz zum Schutz von Frauen verabschiedet werden.

Viele marokkanische Minister äußerten sich bereits kritisch bezüglich des Gesetzes, der Regierungschef Abdelilah Benkirane schweigt jedoch.

Seit 2006 will das Parlament das Gesetz ändern, bis jetzt ist allerdings nichts passiert. Eine Initiative der letzten Familienministerin wurde im Parlament als nicht dringlich angesehen.


Link zum Artikel von taz.de

Link zum Artikel von Avaaz

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