Nigeria: Die Kinder im Niger-Delta

Bild: © n.v. -

Jeden Tag werden im Niger-Delta tausende von Kindern durch Vernachlässigung der Regierung, der Ölkonzerne, der Eltern, der Pfleger, der religiösen Führer und anderen Mitgliedern der Gesellschaft diskriminiert und ausgebeutet. Einige Kinder dienen als Kindersoldaten oder fallen Kinderhändlern zum Opfer. Aber auch sexuellen Übergriffen sind die Kinder häufig ausgesetzt. Sie werden gezwungen, der Prostitution nachzugehen, werden sexuell ausgebeutet und vergewaltigt. So gibt es Fälle in Rivers und Bayelsa States, in denen Kinder, die noch jünger als 3 Jahre sind, vergewaltigt wurden. Aber auch weibliche Genitalverstümmelung und Kindesaussetzung sind keine Seltenheit. Religiöse Führer bezeichnen bestimmte Kinder als Hexen und Zauberer, was zur Folge hat, dass sie von ihren Familien verstoßen oder sogar getötet werden.

In vielen Regionen des Landes fehlt es nicht nur den Kindern an sauberem Trinkwasser, Unterkünften, Gesundheits- und Krankenversorgung. Multinationale Ölkonzerne im Niger-Delta tragen zur Verschärfung der Situation bei, indem sie Gas in die Atmosphäre abführen und Öl auf Böden und in die Wassersysteme ableiten.

Der Anbau von Lebensmitteln und die Fischerei stellt eine der Haupteinnahmen für die Bevölkerung dar und wird durch das Vorgehen der Ölkonzerne zerstört. Große Mengen an Öl, die durch die großen Ölunternehmen wie Shell, Agip, Chevron, Elf, Total und Mobil produziert wurden, haben bereits das Ökosystem des Niger-Deltas stark geschädigt.

Die Einnahmen aus der Agrarwirtschaft und der Fischerei, die den Familien dann noch bleibt, reichen gerade als Überlebensgrundlage aus. Familien sind in der Folge häufig gezwungen ihre Kinder wegzuschicken oder diese als Kinderarbeiter zu Pflegefamilien zu geben. Diese wiederum missbrauchen die Kinder, zwingen sie zu Kinderarbeit oder Prostitution.

Weiterhin ist ein großes Problem, dass die bereits vorhanden Gesetze nicht konsequent genug umgesetzt und vollzogen werden. Der im Jahre 2003 in Kraft getretene Child Rights Act, wurde in nur wenigen Bundesstaaten Nigerias ratifiziert. Die Einhaltung des Gesetzes wird in jedem der Bundesstaaten jedoch unterschiedlich effektiv verfolgt und Täter werden häufig gegen hohe Kautionen auf freien Fuß gesetzt und begehen dann wiederum Straftaten.

 

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