Kurzreportage zur Kinderarbeit in amerikanischer Landwirtschaft in ARD-Mediathek

Bild: © n.v. -

Wir hatten schon mehrmals in unserem Blog über die Kinderarbeit in der amerikanischen Landwirtschaft berichtet. Auf Grund einer Gesetzeslücke und fehlenden Gesetzeserneuerungen ist es immer noch erlaubt, dass Kinder ab zwölf Jahren unbegrenzt in der Landwirtschaft arbeiten. Dies ist besonders erschreckend, wenn man bedenkt, dass ausgerechnet die Vereinigten Staaten am meisten gegen die Kinderarbeit weltweit investieren und es sich eigentlich immer noch um ein reiches Land handelt.

Die 7-minütige Weltspiegel-Reportage, die in der ARD-Mediathek unter dem Titel „USA: Schicht und Schule – Kinderarbeit im reichsten Land der Welt“ zu finden ist, zeigt die Situation der minderjährigen Erntehelfer im Bundesstaat North Carolina und begleitet dabei beispielsweise den 13-jährigen Daniel. Dieser arbeitet den Sommer in der Kartoffelernte und klagt vor allem über die Hitze und Rückenschmerzen. Oftmals arbeitet Daniel bis zu 12 Stunden ab Tag. Laut den Eltern kann nur durch seinen Zusatzverdienst die Miete für den Wohnwagen gezahlt werden. Vor allem Kinder aus Latino-Familien arbeiten in der amerikanischen Landwirtschaft. Viele von ihnen halten sich illegal in den USA auf und verfügen deshalb über keine Krankenversicherung und Papiere. Meist werden die Kinder ausgenutzt und erhalten nicht einmal den staatlichen Mindestlohn von 7,25 US-Dollar für ihre Arbeit.

Vor allem die Arbeit auf den Tabakfeldern ist sehr gefährlich für die Kinder. Sie nehmen die giftigen Nikotin-Stoffe viel leichter über ihre Haut auf und klagen über Übelkeit und Schwindel. Dabei gibt es Maschinen, die den Tabak ernten könnten. Doch die Bauern sehen keinen Grund in diese zu investieren, wenn es weiterhin Kinder gibt, die die anstrengende Arbeit verrichten.

Human Rights Watch geht davon aus, dass mindestens 300.000 Minderjährige in der amerikanischen Landwirtschaft arbeiten. Leider wurden immer noch keine neuen Gesetze auf den Weg gebracht, um das Mindestalter für Arbeit in der Landwirtschaft mindestens auf 16 Jahre zu erhöhen. Laut ARD-Angaben scheiterten bisher alle Versuche, die Kinderarbeit zu verbieten, an der amerikanischen Bauernlobby. So wird beispielsweise Frank Gasperini vom US-Bauernverband im Film mit den Argumenten zitiert, dass die Arbeit gut für die Kinder sei, da sie so das harte Arbeitsleben kennenlernen würden. Dies führe dazu, dass die Kinder sich in der Schule mehr anstrengten, um später einmal einen besseren Job zu bekommen.

Leider berichtet Norma Flores Lopez von der Vereinigung der Farmarbeiter, dass eher das Gegenteil der Fall sei. Kinder, die auf den Feldern arbeiten, schmeißen laut ihren Recherchen viermal häufiger die Schule und erreichen letztlich keinen Abschluss.

Sie würden demnach nicht nur ihre Kindheit für die harte Erntearbeit opfern, sondern auch ihre Gesundheit und Ausbildung.

Das Video aus der ARD Mediathek ist leider nicht mehr verfügbar.

Über Nadine / EarthLink

Ich studiere momentan im 5. Semester Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen in Fulda. Im Rahmen dieses Studiums absolviere ich nun ein 8-wöchiges Praktikum hier bei EarthLink. Ich schreibe vor allem Blog-Einträge zum Thema Kinderarbeit und Drogen, recherchiere für die Kampagne Facing Finance und mache bei der Radiosendung zum selben Thema mit.
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