Bolivien: 800.000 Kinder arbeiten

Bild: © n.v. -

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass in Bolivien in etwa 800.000 Kinder arbeiten müssen – das ist ein Fünftel der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren. Sie arbeiten beispielsweise als Fahrkartenkontrolleure in Bussen, als Farmarbeiter oder auf Märkten, auf denen sie unter anderem Wasserflaschen an Touristen verkaufen müssen. Viele von ihnen tragen während der Arbeit Skimasken, um sich vor der Luftverschmutzung und vor Diskriminierung zu schützen. Über 7.000 Kinder müssen in den Gold- und Silberminen des Landes gefährliche Arbeiten verrichten – obwohl die bolivianische Verfassung im Artikel 61 sowohl Kinderarbeit als auch das Zwingen zu Arbeiten verbietet.

Christian Morsolin hat dazu ein Buch veröffentlicht – “Diversity in Motion” – und zusammen mit “Terre des Hommes TDH Italy” und der “International Catholic Children’s Rights Organization (BICE)” die Entwicklungen im Bereich der Kinderarbeiter beobachtet. Sie weisen zum einen darauf hin, dass die Zahl der Kinderarbeiter in gefährlichen Berufen zugenommen hat, zum anderen unterscheiden sie aber zwischen ausbeuterischer und freiwilliger Kinderarbeit: “freiwillige” Kinderarbeit ist in Bolivien vor allem in den ländlichen Gegenden zu beobachten. Hier gehört es zur kulturellen Identität dazu, die Familie zu unterstützen, unter anderem durch Arbeiten auf den Feldern oder im Betrieb der Familie. Auch die Organisation NATs (Ninos y adolescentes trabajadores, auf deutsch arbeitende Kinder und junge Erwachsene) fordert eine Anerkennung dieser Arbeit, die meist eine Vergütung mit sich bringt und die Kinder in die Gesellschaft integriert.

 

Link zum Thema (englisch)

Über bernadette / EarthLink

Nach meinem Studium an der Universität Regensburg (Bachelor in Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Öffentliches Recht und VWL) habe ich Land und Leute in Australien kennen gelernt und bin jetzt für ein zweimonatiges Praktikum bei EarthLink gelandet. Hier schreibe ich hauptsächlich Einträge für den Blog der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" und beteilige mich am Projekt "Drogen Macht Welt Schmerz".
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