Großbritannien: Mädchen in den Händen der lokalen Gang

Bild: © n.v. -

Mit dem neulich gesendeten Fernsehbeitrag wies die ARD darauf hin, dass die Problematik der Kinderprostitution nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Westeuropa weiterhin aktuell bleibt.

Die Sendung erzählt eine traurige Geschichte aus dem Leben der jungen britischen Teenager die in Rotherham, einer Stadt in Nordengland, wohnten und sexuellem Missbrauch zum Opfer gefallen sind. Mit dieser Sache sind im vergangenen November vier Mädchen, drei im Alter von 13 und eine im Alter von 16, vor Gericht gegangen. Acht Mitgliedern der Gang, welcher von Briten pakistanischer Abstammung geführt wurde, wurde Vergewaltigung und sexueller Missbrauch vorgeworfen. Vier der Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Als der Drogenhandel immer gefährlicher wurde, suchten die Kriminellen nach neuen Einkommensquellen. Sie entdeckten, dass der private Mädchenhandel lukrativ sein kann und wenig problematisch ist. Lange ist es ihnen gelungen, ihre Interessen geheim zu halten, auch wegen ihrer Nationalität. Um nicht das Ziel rassistischer Anschuldigungen zu werden, wurde das Thema von den Medien und der Polizei gemieden. Auch nach dem Urteil wurde der Fall in den Medien kontrovers diskutiert.

Die Arbeitsweise von solchen kriminellen Vereinigungen, wie z.B. der oben beschriebenen Gang, ähnelt sich meist. Zuerst gewinnt eines der Gangmitglieder die Zuneigung eines ausgewählten Mädchens und bietet dem Mädchen Alkohol und Drogen an. Danach wird das Mädchen nach Hause eingeladen. Eines der Opfer erzählte: „Und dann bieten sie noch mehr Bier und wollen mit dir schlafen. Und dann tauchen plötzlich all die anderen Typen auf, die es alle mit dir machen. Und dann zahlen sie dir am Ende irgendwas“ 1) . Die Mädchen werden auch unter den Kriminellen verkauft oder als Zahlungsmittel für Geschäften benutzt. Die Opfer haben Angst zur Polizei zu gehen, da sie die Gangmitglieder einschüchtern.

In Großbritannien ist Prostitution für Erwachsene legal. Die genaue Zahl der Menschen, die sich in Großbritannien postitutieren ist unbekannt. Die NGOs schätzen jedoch, dass es sich um ca. 100 000 Menschen handelt. Laut polizeilichen Angaben werden zwischen 6 000 und 18 000 Frauen und Kinder zur Prostitution gezwungen. Die Mehrheit bilden die Opfer des Menschenshandels.  2) 3)

  1. Der Artikel der ARD ist leider nicht mehr verfügbar. [zurück zum Text]
  2. Human Rights Report 2009 [zurück zum Text]
  3. Gangs, Girls and Grooming: The Truth – Standpoint [zurück zum Text]

Über gosia / EarthLink

Übersetzerin, Dolmetscherin, Lehrerin; Wenn ich nicht gerade meine Masterarbeit in Internationalen Beziehungen an der TU Dresden schreibe, recherchiere ich im Rahmen meines dreimonatigen Praktikums bei Earthlink zum Thema Kinderarbeit, verfasse Blog-Einträge für die Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“, schreibe Firmen bezüglich ihrer Politik zur Kinderarbeit an und kümmere mich um die Vervollständigung und Nachbesserung der Informationen auf der Kinderarbeitshomepage. Ich beteilige mich auch am Projekt „Drogen Macht Welt Schmerz“ und recherchiere für die Initiative „Facing Finance“.
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